Bündnis protestiert in Nordenham gegen Weservertiefung

Stand: 10.09.2021 19:01 Uhr

Mehr als 300 Teilnehmende haben in Nordenham mit einer Menschenkette gegen die Ausbaggerung der Weser demonstriert. Eine Vertiefung hätte negative Auswirkungen auf Natur und Landwirtschaft, heißt es.

Auf dem Deich im Landkreis Wesermarsch hielten die Demonstrierenden blaue Bänder mit der Aufschrift "Keine Weservertiefung". Dem Aktionsbündnis gehören unter anderem der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), die Kreisgruppe Wesermarsch und zahlreiche Einzelpersonen an. Das Bündnis kritisiert, dass die Gräben auf den Weiden der Landwirte immer stärker versalzen. Weitere Kritikpunkte: Baden an Weserstränden wie in Nordenham werde wegen zu großer Gefahr verboten, die Sportboothäfen würden verschlicken und die immer stärkere Strömung der Weser verursache Uferabbrüche und Schäden an den Deichen. "Ein erneutes Vertiefen der Weser lehnen wir deshalb ab, und daran wollen wir die Politik kurz vor der Kommunalwahl noch einmal erinnern", so die Initiative. Es sei an der Zeit, "dass endlich die Schiffe den Flüssen angepasst werden und nicht die Flüsse den Schiffen".

Behörde will Öffentlichkeit über Ablauf informieren

Die Pläne zur Weservertiefung umfassen zwei Bereiche: zum einen die Außenweser von Bremerhaven bis zur Nordsee, zum anderen die Unterweser zwischen Bremerhaven und dem Hafen in Brake (Landkreis Wesermarsch). Politik und Wirtschaft erhoffen sich Vorteile, weil unter anderem der Hafen in Nordenham profitiert, wenn größere Schiffe mit mehr Ladung die Wasserstraße befahren können. Daher unterstützt die niedersächsische Landesregierung die Pläne. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee will noch in diesem Jahr die Öffentlichkeit über Ziele, Mittel und voraussichtliche Auswirkungen des Projekts, über das seit Jahren gestritten wird, informieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.09.2021 | 07:00 Uhr

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