Stand: 19.10.2016 20:53 Uhr

Brand mit zwei Toten: Lange Haft für die Täter

Wegen eines Feuers mit zwei Toten hat das Landgericht Verden am Mittwoch zwei Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Nach Auffassung des Gerichts hatte der Besitzer eines Hauses in Thedinghausen-Riede (Landkreis Verden) seinen Halbbruder dazu angestiftet, in dem Haus Feuer zu legen. Der Hausbesitzer wollte dadurch mehr als 12.000 Euro von seiner Versicherung kassieren - er hatte sich beim Kauf des Hauses finanziell übernommen. Bei dem Brand vor knapp einem Jahr waren eine Mieterin des Hauses und ihr Lebensgefährte gestorben.

Zwölfeinhalb und sechs Jahre Gefängnis

Der 44-jährige Hausbesitzer wurde zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt, der 23-jährige Brandstifter zu sechs Jahren. Die Mutter der im Feuer gestorbenen Frau zeigte sich nach Verkündung des Strafmaßes entsetzt. Die Anwälte der Opferfamilien erwägen eigenen Angaben zufolge, die aus ihrer Sicht viel zu milden Urteile anzufechten. Sie hatten in ihren Plädoyers - ebenso wie der Staatsanwalt - lebenslange Haft wegen Mordes für den Vermieter der getöteten Frau gefordert.

Hausbesitzer dachte wohl, die Frau könnte sich retten

Der Hausbesitzer habe gewusst, dass in einer der Wohnungen im Haus eine Frau lebte, so das Gericht. Er habe offenbar angenommen, dass sie sich rechtzeitig würde retten können, so die Einschätzung der Kammer. Dass auch der Lebensgefährte der Mieterin in der Wohnung war, habe er dagegen nicht wissen können. Der 44-Jährige wurde wegen Anstiftung zur Brandstiftung mit Todesfolge, Anstiftung zur besonders schweren Brandstiftung, fahrlässiger Tötung und Betrugs verurteilt.

Brandstifter: Wollte niemanden töten

Zwei Angeklagte am 19. Oktober 2016 im Landgericht Verden, dazwischen Strafverteidiger Alexander Grantz © dpa Bildfunk Foto: Ingo Wagner
Der Brandstifter (li.) will nicht gewusst haben, dass das Haus bewohnt war.

In der Brandstiftung selbst sah das Gericht keine bewusste Tötung. Der Brandstifter habe nicht gewusst, dass das Haus bereits bewohnt war. Ihn verurteilte das Gericht wegen besonders schwerer Brandstiftung, fahrlässiger Tötung und Beihilfe zum Betrug. Der 23-Jährige hatte im Prozess mehrfach erklärt, er habe nicht gewollt, dass durch das Feuer Menschen sterben. Zudem habe er es durch sein umfangreiches Geständnis erst möglich gemacht, dass die tödliche Brandstiftung aufgeklärt werden konnte, erklärte der Vorsitzende Richter und sagte: "Selten wurde eine echte Reue so klar wie im vorliegenden Fall."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.10.2016 | 16:00 Uhr

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