Stand: 01.03.2020 10:00 Uhr

Bomben auf Insel: Kampfmittelräumdienst im Einsatz

EIn Mann in ornager Jacke hält eine Sonde auf einen Strand-Boden. © dpa-Bildfunk Foto: Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa
Auf der Suche nach Blindgängern im Sand: Auf Wangerooge sind Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes im Einsatz.

Auch wenn es sich im Moment noch nicht so anfühlt: Die Badesaison rückt näher. Auf Wangerooge ist dann immer ein besonderer Job gefragt: Kampfmittelräumer rücken an, um nach Bomben, Granaten und Minen zu suchen. An einigen Flächen, die zuvor nicht abgesucht wurden, komme es zu bis zu 80 Kampfmittelfunden auf 25 Hektar, sagt Kampfmittelräumer Hans Warfsmann.

Ziel vieler Weltkriegsbomben

Nach Angaben der Kurverwaltung werden jedes Jahr Zehntausende Kubikmeter Sand vom Osten der Insel verladen, um den von Sturmfluten weggespülten Hauptstrand aufzufüllen. Vorsichtshalber wird dieser Sand vor dem Transport nach Kampfmitteln abgesucht. Der Grund: Wangerooge wurde im Zweiten Weltkrieg massiv bombardiert. "6.600 Bomben wurden auf die kleine Insel abgeworfen", sagte Warfsmann.

1,6 Millionen Tonnen Kampfmittel verklappt

Die Alliierten wollten die zur Festung ausgebaute Stellung vor dem Marinestützpunkt Wilhelmshaven zum Ende des Zweiten Weltkriegs zerstören. Statistiken zufolge blieben 10 bis 15 Prozent der abgeworfenen Bomben und Granaten als Blindgänger liegen. Mittlerweile sind nach Warfsmanns Einschätzung etwa 90 Prozent der Insel munitionsfrei. Allerdings werden bis heute Kampfmittel aus dem Meer angespült. "In den Nachkriegsjahren sind circa 1,6 Millionen Tonnen Bomben, Granaten und Minen vor den Inseln verklappt worden."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.03.2020 | 08:00 Uhr

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