Stand: 19.12.2017 13:41 Uhr

Blei im Trinkwasser: Hunderte Cuxhavener betroffen

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Zum Waschen dürfen die Anwohner das belastete Wasser noch nutzen, nicht aber zum Trinken, Kochen oder Zähneputzen.

Mehrere Hundert Menschen in Cuxhaven dürfen das Leitungswasser in ihren Mietwohnungen nicht mehr uneingeschränkt nutzen. Der Grund: In dem Wasser wurde eine erhöhte Bleikonzentration festgestellt. Der seit 2013 geltende neue Grenzwert für Blei sei deutlich überschritten, sagt Friedrich Redeker vom Landkreis Cuxhaven. Betroffen sind 617 Anwohner in rund 50 kleineren Wohnblöcken in der Straße Süderwisch in Cuxhaven. Sie dürfen das bleibelastete Wasser nicht mehr trinken sowie zum Kochen und Zähneputzen nutzen. Zum Duschen und Waschen kann es dagegen weiterhin verwendet werden. Blei kann bereits in sehr niedrigen Dosen gesundheitsgefährdend für Ungeborene und Kleinkinder sein, warnt das Bundesumweltamt. In der Folge kann unter anderem die Blutbildung und Intelligenzentwicklung beeinträchtigt werden.

Eine Frau wird daraufhin getestet ob sie eine Bleivergiftung hat.

Cuxhaven: Blei im Trinkwassser

Hallo Niedersachsen -

In rund 50 Wohnblocks in Cuxhaven ist das Leitungswasser mit Blei vergiftet. 617 Anwohner sind betroffen. Sie dürfen das Wasser nur zum Duschen und Wäsche waschen verwenden.

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Provisorische Lösung bis Ende Januar

Alle Leitungen der aus den 1960er-Jahren stammenden Häuser, in denen viele ausländische Familien wohnen, sollen nun ausgetauscht werden. Das hat der Vermieter, eine Immobilienfirma aus Kassel, nach Angaben des Landkreises Cuxhaven bereits zugesagt. Weil der Aufwand erheblich ist und mehrere Monate dauern wird, soll eine Übergangslösung die Lage für die Anwohner mindern: Bis Ende Januar sollen durch den Hausflur provisorische Wasserleitungen verlegt werden, wodurch auf jeder Etage zumindest ein Waschbecken mit unbedenklichem Wasser genutzt werden kann.

Ortstermin vom Gesundheitsamt

Aufgefallen war das Problem einem Arzt in Cuxhaven. Als er ein Kind wegen Konzentrationsschwächen untersuchte, tippte er auf eine Bleibelastung im Trinkwasser und riet der Familie die Wasserleitungen im Haus überprüfen zu lassen. Ein entsprechender Test war positiv. Ende November informierte das Gesundheitsamt die Anwohner über Aushänge. An diesem Dienstag waren zudem Mitarbeiter des Amtes vor Ort, um auf die Gefahren hinzuweisen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 19.12.2017 | 16:00 Uhr

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