Stand: 08.03.2018 20:20 Uhr

Beluga-Prozess: Stolberg entschuldigt sich

Im Prozess um den Niedergang der Beluga-Reederei hat sich der Hauptangeklagte, Firmengründer Niels Stolberg, am Donnerstag in einem Schlusswort entschuldigt. "Es tut mir sehr leid", sagte er vor dem Bremer Landgericht. "Ich wünschte, ich hätte damals andere Entscheidungen getroffen." Sein Lebenswerk und sein Ruf seien zerstört. Stolberg sprach auch über seine Krebserkrankung, die während des Verfahrens ausgebrochen war. Es war der vorletzte Tag des Prozesses, der vor mehr als zwei Jahren begonnen hatte. In der kommenden Woche wird das Urteil erwartet.

Anklage fordert Haftstrafe

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten wegen Kreditbetrugs, Bilanzfälschung und Untreue in einem besonders schweren Fall gefordert. Sie warf dem Beluga-Gründer während des Plädoyers im Februar erneut "hohe kriminelle Energie" vor. Stolbergs Verteidiger Bernd Groß nannte das geforderte Strafmaß "völlig überzogen". Angemessen sei eine Bewährungsstrafe von nicht mehr als zwei Jahren. "Herr Stolberg ist längst genug bestraft", sagte Groß. Für die drei Mitangeklagten Stolbergs hält die Anklagebehörde Bewährungsstrafen für angemessen.

Vorwurf: Bank belogen, Rechnungen gefälscht

Im Jahr 2011 hatte das einst erfolgreiche Unternehmen Insolvenz beantragt. Stolberg soll zwischen 2006 und 2010 mit einem weiteren Mitarbeiter Banken bei der Finanzierung von neuen Schiffen belogen haben. Dabei geht es laut Anklage um etwa 93 Millionen Euro. Zudem soll er Rechnungen in Höhe von 46 Millionen Euro gefälscht haben. Unmittelbar vor der Insolvenz soll Stolberg die Auftragsbücher um rund 500 Millionen Euro aufgebläht haben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 08.03.2018 | 17:00 Uhr

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