Ein Schild mit der Aufschrift "Klinikum Emden". © NDR

Bald keine echten Emder mehr? Geburtsstation soll schließen

Stand: 23.11.2020 18:25 Uhr

Die Geburtshilfe und die Kinderstation des Emder Klinikums sollen schließen und nach Aurich verlagert werden. Das sieht ein Entwicklungskonzept für die Krankenhäuser im nördlichen Ostfriesland vor.

Bis die geplante Zentralklinik fertig ist, werden die verschiedenen Fachbereiche der Kliniken in Emden, Aurich und Norden gebündelt und verteilt. Das soll Kosten sparen und gleichzeitig sicherstellen, dass die Bürger medizinisch bestmöglich versorgt sind, teilte die Geschäftsführung des Klinikverbundes am Montag mit.

Gynäkologie von Aurich nach Emden?

Im Gegenzug soll die Gynakölogie wohl von Aurich nach Emden umziehen. Ein konkretes Datum steht bislang offenbar aber noch nicht fest. Zwei Bürgerentscheide hat es wegen der umstrittenen Zentralklinik bereits gegeben: Zuerst stimmten die Bürger dagegen - dann dafür. Vor allem viele Emder hatten befürchtet, dass sie nach dem Zusammenschluss medizinisch nicht mehr ausreichend versorgt werden. In den sozialen Netzwerken gibt es viel Kritik an den Plänen. Die Klinik Emden soll ausgeblutet werden, heißt es etwa. Einige fürchten, dass junge Menschen, die eine Familie gründen wollen, aus Emden wegziehen oder gar nicht erst hinziehen.

Kosten mehr als doppelt so hoch

Die Gegner der Zentralklinik gehen einen Schritt weiter. Sie wollen einen dritten Bürgerentscheid, um das Krankenhaus in Emden zu behalten. Seit der ersten Studie zu dem Projekt Zentralklinik, die noch Kosten in Höhe von 180 Millionen Euro vorsah, sind sechs Jahre vergangen. Mittlerweile weren die Kosten auf etwa 400 Millionen Euro geschätzt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 23.11.2020 | 17:00 Uhr

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