Stand: 31.07.2020 14:43 Uhr

Auftragsstreckung: Durchbruch für Meyer Werft?

An einem blauen Metallgerüst hängt ein Schild mit der Aufschrift "Meyer Werft". © NDR Foto: Oliver Gressieker
Die von der Corona-Krise schwer getroffene Papenburger Meyer Werft will ihre Aufträge möglichst lange strecken, um die Krise zu überbrücken.

Kurzarbeit, sechswöchiger Stillstand, drohender Jobabbau: Die Corona-Krise mit ihren wirtschaftlichen Auswirkungen hat das emsländische Traditionsunternehmen Meyer Werft voll im Griff. Neben der Kostensenkung sucht die Papenburger Werft auch nach Möglichkeiten, die entstandene Auftragsflaute zu überbrücken. Dabei scheint ein Durchbruch nahe: Wie der CDU-Landtagsabgeordnete Bernd Busemann NDR 1 Niedersachsen sagte, kann die Meyer Werft Aufträge für bereits vereinbarte Schiffsbauten vermutlich bis ins Jahr 2025 strecken.

Meyer Werft verweist auf laufende Gespräche

Das Vorhaben gelte für alle Standorte der Meyer Werft - das heißt Papenburg, Rostock und Turku in Finnland. Vorausgesetzt, dass die jeweiligen Reedereien als Abnehmer die Krise ihrerseits überstehen, sei dies eine gute Nachricht, sagte Busemann. Diese Entwicklung könne für Beruhigung sorgen. Die Meyer Werft will sich dazu nicht äußern. Man sei weiter in Gesprächen mit den Reedereien, hieß es.

Werft muss 1,2 Milliarden Euro sparen

Die Meyer Werft hatte am 20. Juli ihre Produktion fast vollständig heruntergefahren und ist bis zum 30. August in eine Art verlängerte Betriebsferien gegangen. Unternehmenschef Bernard Meyer bezeichnete die Lage kürzlich als "prekär". In den kommenden fünf Jahren muss die Werft nach eigenen Angaben 1,2 Milliarden Euro sparen. Nach wie vor hofft das Unternehmen auf Hilfen vom Land Niedersachsen und vom Bund.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 31.07.2020 | 17:00 Uhr

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