Arbeiter auf einem der beiden Schwimmteile (Bug) des Kreuzfahrtschiffes "AIDAnova". © picture alliance/Mohssen Assanimoghaddam/dpa Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

1.800 Jobs auf Meyer Werft gefährdet: Gewerkschaft sauer

Stand: 14.01.2021 15:12 Uhr

Der Einbruch in der Kreuzfahrtbranche wegen der Corona-Pandemie setzt auch der Papenburger Meyer Werft zu. Das Unternehmen erwägt betriebsbedingte Kündigungen.

Erstmals hat die Meyer Werft dazu konkrete Zahlen genannt: Demnach sind die Arbeitsplätze von bis zu 1.800 Mitarbeitenden gefährdet, wie der NDR in Niedersachsen berichtet. Denn weil derzeit keine neuen Aufträge für Kreuzfahrtschiffe hereinkommen, falle auf der Werft 40 Prozent weniger Arbeit an.

Videos
Nico Bloem, der Betriebsratsvorsitzende der Meyer Werft. © NDR
1 Min

Bloem zu geplanten Entlassungen: "Ein Schlag ins Gesicht"

Dass bis zu 1.800 Mitarbeitende entlassen werden sollen, sei ein Skandal, sagt der Betriebsratsvorsitzende Nico Bloem. 1 Min

Gewerkschaft unterbricht Verhandlungen

Um einen Stellenabbau zu verhindern, laufen derzeit Gespräche mit Arbeitnehmervertretern. Thomas Gelder von der IG Metall Leer-Papenburg zeigt sich verärgert, weil das Unternehmen weiter auf Werkvertragsunternehmen setze. So habe die Werft mitgeteilt, dass sie für das ganze Jahr in größerem Umfang Tätigkeiten im Kernbereich vergeben habe - dazu zählten Schweißer, Elektriker und Schiffsbauer, sagte Gelder. Gleichzeitig solle die Stammbelegschaft in Kurzarbeit gehen. Als die Gewerkschaft dann noch von den Gedankenspielen zum massiven Stellenabbau erfahren habe, habe sie am Mittwoch die Verhandlungen unterbrochen.

Gewerkschaft: Genügend Aufträge vorhanden

Nach Angaben der Gewerkschaft gibt es genug Arbeit. Die Werft habe Aufträge für acht Schiffe. Betriebsrat Nico Bloem hofft nach eigenen Angaben, dass die Politik einschreitet. Schließlich unterstütze das Land die Werft mit mehr als 20 Millionen Euro. Es müsse ernsthaft geprüft werden, ob diese Fördermittel gerechtfertigt seien, wenn die Werft in diesem Umfang Kündigungen ausspreche und zeitgleich Arbeit an Werkvertragsunternehmen vergebe, so Bloem.

Werft will Wettbewerbsfähigkeit erhalten

Werftsprecher Peter Hackmann wies die Vorwürfe im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen zurück. Ein zentrales Ziel müsse es sein, die Wettbewerbsfähigkeit der Werft mittel- und langfristig zu erhalten.

Weitere Informationen
Arbeiter der Meyer Werft bei der Ausfahrt der Celebrity Silhouette am 30. Juni 2011  Foto: Ingo Wagner

Meyer Werft: 2020 wird verlustreichstes Jahr der Geschichte

Einer der Geschäftsführer sagte, er gehe von guten Überlebenschancen aus. Es sei aber notwendig, Personal abzubauen. (07.01.2021) mehr

Das Kreuzfahrtschiff "Odyssey of the Seas" verlässt das Baudock. © MEYER WERFT GmbH & Co. KG

Papenburger Meyer Werft will 2021 zwei Schiffe ausliefern

Das Unternehmen schaut trotz der Corona-Pandemie und massiver Verluste relativ optimistisch auf das kommende Jahr. (29.12.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.01.2021 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Mitarbeiter der Meyer Werft mit IGM-Fahne. © picture alliance/dpa/Sina Schuldt Foto: Sina Schuldt

Meyer Werft will weiter Werkvertragsarbeiter einsetzen

Ohne sie würden die Schiffe zu teuer, heißt es. Juniorchef Jan Meyer spricht von einer ernsten Lage für den Betrieb. mehr

Ein Welpe leckt die Hand eines Menschen © imago images/ Cavan Images

Erste Hilfe für Hunde: DRK Verden will Kurs anbieten

Die Teilnehmenden können lernen, wie sie einen Hund wiederbeleben. Die Termine hängen aber vom Pandemie-Verlauf ab. mehr

Ein Schild informiert über den Ausbruch der Geflügelpest © NDR

Landkreis Wittmund: Geflügelpest in Entenmastbetrieb

25.000 Tiere sind getötet worden. Um den Betrieb wurden ein Sperr- und ein Beobachtungsbezirk eingerichtet. mehr

Eon Corona-Impfmittel und eine Spritze liegen auf einem Tisch © picture alliance / Geisler-Fotopress | Matthias Wehnert/Geisler-Fotopre Foto: Matthias Wehnert

Probleme bei Impftermin-Vergabe für 80-Jährige erwartet

Das Land rechnet damit, dass die Telefon-Hotline und die Internetseite dem Ansturm nicht gewachsen sein werden. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen