Stand: 15.04.2018 12:37 Uhr

Vom "Heide-Hollywood" bleibt nur ein Museum

Der Abriss der früheren Filmstudios im niedersächsischen Bendestorf (Landkreis Harburg) schreitet weiter voran. Die Arbeiten werden voraussichtlich noch einige Wochen dauern, teilten die Verantwortlichen mit. Auf dem Studio-Gelände sollen 30 Luxus-Wohnungen gebaut werden. Aufgrund eines komplexen Genehmigungsverfahrens und Einwänden von Anwohnern hatte sich der Abriss immer wieder verzögert.

Bendestorf: Bye bye "Heide-Hollywood"

Produzentenkino ist Stolz des Museums

"Die Würfel sind jetzt gefallen. Wir hätten uns gewünscht, dass zumindest Halle A1 erhalten bleibt", sagte Walfried Malleskat. Der 66-Jährige ist ehrenamtlicher Leiter des Filmmuseums Bendestorf, das im einzigen verbleibenden Gebäudetrakt untergebracht ist. Hauptattraktion ist hier das sogenannte Produzentenkino mit rund 100 Sitzplätzen, in dem früher die Szenen nach dem Dreh begutachtet wurden. Außerdem zeigt das Museum Poster, Autogramm-Postkarten und viel Technik wie Kameras, Mischpulte und Schneidetische.

Kirche protestierte gegen "Die Sünderin"

Das "Heide-Hollywood" war nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Richtig bekannt wurden die Studios 1950, als Hildegard Knef in dem Streifen "Die Sünderin" ihrem Filmpartner Gustav Fröhlich splitternackt Modell stand. Die Kirche protestierte vehement gegen den Film - allerdings nicht nur wegen der Nacktszene, sondern vor allem wegen anderer Themen wie Sterbehilfe, Selbstmord und Prostitution. Dem Erfolg des Films schadete das nicht. Im Gegenteil: In den ersten drei Monaten nach dem Kinostart 1951 sahen ihn mehr als vier Millionen Menschen an.

Dreh mit John Lennon

Neben Knef drehten in Bendestorf drehten Stars wie Heinz Rühmann, Hans Albers, Hardy Krüger, Sonja Ziemann und Ruth Leuwerik. "Sogar John Lennon war einmal hier", erinnert sich Malleskat. "Er hat 1966 in der Halle A 3 für seinen Antikriegsfilm 'Wie ich den Krieg gewann' gedreht." Die letzte große Produktion war schließlich 2015 ein Spielfilm über Fritz Lang mit Heino Ferch. Dann war Schluss, zwei Jahre später wurde das südlich von Hamburg gelegene Gelände verkauft.

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Hallo Niedersachsen | 25.03.2018 | 19:30 Uhr

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