Stand: 01.07.2020 20:13 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Verdächtiger Reservist bei Bergen stationiert

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Der mutmaßlich rechtsextreme Unteroffizier der Reserve, bei dem der MAD eine Politikerliste gefunden hat, war bis zu seiner Entlassung in Lohheide bei Munster stationiert. (Themenbild)

Die Bundeswehr hat offenbar ein Problem mit rechtsextremen Strukturen. Zuletzt häuften sich die Nachrichten über Rechtsextremismus in der Truppe. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer kündigte an, das Kommando Spezialkräfte (KSK) wegen rechter Vorfälle zu reformieren und eine von vier Einheiten aufzulösen. Derweil entdeckte der Militärische Abschirmdienst (MAD) bei einem offenbar rechtsextremen Unteroffizier der Reserve aus Niedersachsen eine Liste mit Namen und Adressen von Politikern und anderen Prominenten.

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Reservist aus Bundeswehr entlassen

Wie die Bundeswehr gegenüber NDR 1 Niedersachsen bestätigte, war der Mann in Lohheide bei Bergen (Landkreis Celle) stationiert. Er soll sich mit anderen rechtsextremen Soldaten in Chats ausgetauscht haben. Nach Bekanntwerden flog der Reserve-Unteroffizier am vergangenen Freitag aus der Bundeswehr. Er musste seine Uniform abgeben und ist damit kein Soldat mehr. Weil er nun als Zivilist gilt, ist der Verfassungsschutz zuständig. Das Landeskriminalamt ermittelt.

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"Bewährungschance" nennt Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer die geplante Reform der Elitetruppe KSK. Nach rechtsextremistischen Vorfällen hat die Bundeswehreinheit vier Monate Zeit, sich neu aufzustellen. extern

Viele Fragen sind offen

Bis zu seiner Entlassung gehörte der Ex-Reservist zur 1. Panzerdivision in Oldenburg. Viele Fragen sind offen - und wurden dem NDR am Mittwoch auch nicht beantwortet. So ist nicht bekannt, ob der Mann auch in der Nähe seines Einsatzortes bei Munster wohnt. Die 1. Panzerdivision hat sich gar nicht zu der Personalie geäußert. Dementsprechend ist fraglich, inwiefern der mutmaßlich rechtsextreme Ex-Soldat als Reservist in der Truppe eingesetzt wurde - ob er Vollzeit dort gearbeitet oder nur gelegentlich an Manövern teilgenommen hat. Die Bundeswehr hat auch die Frage nicht beantwortet, ob nun in der 1. Panzerdivision weitere Soldaten unter die Lupe genommen werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 01.07.2020 | 17:00 Uhr

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