Stand: 07.09.2019 08:45 Uhr

Unterlüß: Hunderte protestieren gegen Rheinmetall

Hunderte Kriegsgegner haben am Sonnabend in Unterlüß (Landkreis Celle) gegen den Rüstungskonzern Rheinmetall und Waffenexporte demonstriert. Unter anderem kamen Lautsprecherwagen und Transparente zum Einsatz. Auch Sprechchöre wie "Rheinmetall entwaffnen - Krieg beginnt hier" waren lautstark zu hören. Die Demonstranten zogen zum Verwaltungsgebäude des Unternehmens, das in Unterlüß mehrere Werke betreibt. Bis zum Nachmittag blieb die Lage "relativ friedlich", sagte ein Polizeisprecher.

"Beginn der Kriege weltweit"

Die Veranstalter sprachen von rund 600 Teilnehmern, die Polizei zählte 400. "Hier an diesem Ort, wo Waffen produziert werden, ist der Beginn der Kriege weltweit", sagte ein Sprecher des Bündnisses "Rheinmetall entwaffnen". Zu der Demonstration hatten etwa hundert Initiativen aus der Friedensbewegung aufgerufen - darunter auch feministische und kurdische Gruppen sowie der Flüchtlingsrat Niedersachsen. "Flucht und Krieg hängen unmittelbar zusammen", so der Sprecher weiter.

Rheinmetall: "Agieren im rechtlichen Rahmen"

Die Kriegsgegner sind bereits seit einigen Tagen vor Ort. Am Donnerstag und Freitag hatten hunderte Aktivisten die Zufahrt zum Werksgelände von Rheinmetall blockiert. Ziel sei es gewesen, die Rüstungsproduktion lahmzulegen. Die Polizei ermöglichte den Mitarbeitern der Firma eigenen Angaben zufolge den Zugang zum Werk. In einem Fall sei eine besetzte Schiene geräumt worden. Bei dem Einsatz wurde nach Angaben von "Rheinmetall entwaffnen" ein Demonstrant schwer verletzt. Rheinmetall kommentierte das Protestcamp mit den Worten, das Unternehmen agiere im rechtlichen Rahmen.

Rheinmetall: Rüstungskonzern mit Milliardenumsatz

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf. Das Unternehmen erwirtschaftet mit seinen beiden Sparten - neben Rüstungsgeschäften ist es auch Automobilzulieferer - einen Milliardenumsatz. Im Geschäftsjahr 2017 lag er bei knapp sechs Milliarden Euro. Rheinmetall produziert unter anderem den Schützenpanzer Marder 1A3/1A5 sowie Glattrohrkanonen für den Leopard-2-Panzer. In Unterlüß (Landkreis Celle) betreibt der Konzern nach eigenen Angaben das größte Test- und Versuchsgebiet in Europa mit einer Fläche von 50 Quadratkilometern. Umstritten waren in der Vergangenheit unter anderem Rüstungsexporte des Unternehmens nach Indonesien.

Weitere Informationen

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Großauftrag für Rheinmetall: Die Bundeswehr hat 32.000 Artillerie-Geschosse für 107 Millionen Euro bestellt. Produziert wird im Werk in Unterlüß im Landkreis Celle. (08.04.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 06.09.2019 | 15:30 Uhr

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