Stand: 08.05.2019 15:07 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Streit um Wasser aus Nordheide geht vor Gericht

Im Streit um die Entnahme von Trinkwasser aus der Nordheide hat das Unternehmen Hamburg Wasser Klage vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg eingereicht. Auch Naturschützer wollen gegen den Wasserförderbescheid des Landkreises Harburg vor Gericht ziehen, weil der Grundwasser schon jetzt zu stark gesunken sei. Der Hamburger Versorger hingegen will sogar noch mehr Wasser abzapfen, als es der Bescheid vorsieht.

Hamburg will mehr Wasser aus der Nordheide

Die Hansestadt wird seit den 1970er-Jahren mit Trinkwasser aus der Nordheide versorgt. Gut 13 Prozent des Stadtbedarfs kommen von hier. Der zuständige Landkreis Harburg hat die Entnahme für die kommenden 30 Jahre im April neu genehmigt. Doch die Hamburger wollen mehr Wasser fördern. Darum wolle der Versorger mit der Klage zunächst einmal Zeit gewinnen, um den Bescheid genau zu prüfen, sagte ein Sprecher NDR 1 Niedersachsen. Der Landkreis lässt nur eine Fördermenge von im Schnitt 16 Millionen Kubikmeter pro Jahr zu. Gutachten allerdings hätten belegt, dass die Hansestadt mehr als 18 Millionen benötige, weil die Einwohnerzahl und auch die Industrie in den kommenden Jahren wachsen würden. Zudem möchte Hamburg Wasser einen Vertrag mit mehr Rechten, um entscheiden zu können, wie viel Wasser aus welchem Heidebrunnen gefördert wird.

Auch der BUND will klagen

Das allerdings will der Landkreis Harburg selbst entscheiden, damit der Grundwasserspiegel nicht zu stark sinkt. Aus Sicht von Umweltschützern ist dies allerdings schon der Fall. Besonders in den letzten Jahren seien immer wieder Bäche in der Nordheide trocken gefallen, sagte Gerhard Schierhorn von der Bürgerinitiative (BI) Nordheide. Die BI fordert, dass die Fördermenge für Hamburg auf zehn bis zwölf Millionen Kubikmeter begrenzt wird und hat deshalb ebenfalls eine Klage vor dem Verwaltungsgericht angekündigt. Aus gleichem Grund erwägt auch der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) zu klagen. Und zwar vor dem europäischen Gerichtshof. Eine Beschwerde gegen den Bescheid des Landkreises hat der Harburger BUND dort bereits eingelegt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 08.05.2019 | 17:00 Uhr

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