Stand: 26.10.2018 21:45 Uhr

Polizei fängt im Fall Katrin Konert bei Null an

Im Fall der vermissten 15-jährigen Katrin Konert aus dem Wendland fängt die Polizei nach fast 18 Jahren der Ermittlungen noch einmal quasi bei Null an. Die Polizei geht davon aus, dass Konert getötet worden ist, wie Steffen Grimme, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, am Freitag auf einer Pressekonferenz sagte. In einem neuen Team mit neuen Ideen wollen sich sieben Ermittler unter der Leitung von Polizeioberkommissarin Annegret Dau-Rödel dem Fall noch einmal von Anfang an nähern. "Derjenige, der für das Verschwinden von Katrin verantwortlich ist, darf sich nicht in Sicherheit wiegen", so Dau-Rödel. "Ich werde alles daran setzen, ihn zu bekommen."

Der Polizist im Interview.

Polizei rollt Fall Katrin Konert neu auf

Hallo Niedersachsen -

Im Alter von 15 Jahren ist Katrin Konert Anfang 2001 verschwunden. Die Polizei geht davon aus, dass sie getötet wurde. 18 Jahre nach der Tat beginnen die Ermittlungen erneut.

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Täglich Hinweise, aber keine neue Spur

Am frühen Abend des 1. Januar 2001 wurde Katrin Konert zuletzt an einer Bushaltestelle im Ortskern von Bergen (Dumme) von einem Bekannten gesehen. Seitdem fehlt von der damals 15-Jährigen aus Groß Gaddau im Landkreis Lüchow-Dannenberg jede Spur. Die Polizei hatte zwei Tatverdächtige, gegen die sich der Verdacht jedoch nicht erhärtete. Auch jetzt hat die Polizei keine neue Spur, auch wenn es laut Dau-Rödel fast täglich neue Hinweise gibt.

Mobile Wache wird in Bergen eingerichtet

In Bergen wollen die Ermittler jetzt erneut mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Ab Montag soll an der Breiten Straße eine mobile Wache eingerichtet werden, die bis zum 4. Dezember täglich zwischen 10 und 18 Uhr und dienstags bis 22 Uhr besetzt sein soll. Außerdem sollen Flyer im Ort verteilt werden. "Wir wollen den Kontakt suchen, wir wollen Informationen suchen", sagte Dau-Rödel. Zudem hat die Polizeidirektion Lüneburg eine Belohnung von 10.000 Euro für sachdienliche Hinweise ausgesetzt.

Anonyme Hinweise über Internetplattform möglich

Wer nicht mit der Polizei in Kontakt treten möchte, kann auch anonym über das Internet Hinweise abgeben, unter www.bkms-system.net/katrinkonert - dabei handelt es sich um die internetbasierte Kommunikationsplattform "BKMS". Nach Angaben der Polizei können dort "absolut anonym" Meldungen abgegeben werden, deren Inhalt durch Sicherheitstechnik geschützt und deren Absender nicht identifizierbar ist.

Mehr als ein ungeklärter Fall

Einen versteckten Anlass für die neuen Ermittlungen gebe es nicht, sagte Grimme. In den vergangenen 17 Jahren seien die Ermittlungen nie eingestellt worden. Denn Katrin Konert sei für die Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen nicht nur ein ungeklärter Fall, so Grimme. "Katrin Konert ist zu einem Sinnbild für Personen geworden, die vermisst werden, weil sie im Verlauf eines Verbrechens getötet worden sind und bei denen die Angehörigen nicht wissen, wo sie trauern können." Dau-Rödel verspricht: "Ich werde so lange daran arbeiten, bis der Fall geklärt ist." Unterstützt wird ihr Team von der Operativen Fallanalyse (OFA) des Landeskriminalamtes Niedersachsen.

NDR 2 veröffentlicht Reportage zum Fall

NDR 2 veröffentlicht in seinem Podcastformat "Täter unbekannt" eine mehrteilige Reportage über den Fall "Katrin Konert". Die Reportage wird ab Dienstag, 30. Oktober, jeweils wöchentlich im Radio gesendet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.10.2018 | 12:00 Uhr

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