Der als "Maskenmann" bekannt gewordene Martin N. bedeckt sein Gesicht in einem Gerichtssaal mit einem Aktenordner. © picture alliance/dpa/David Hecker Pool Foto: David Hecker Pool

"Maskenmann" kehrt zurück in niedersächsisches Gefängnis

Stand: 16.09.2021 12:20 Uhr

Der als "Maskenmann" bekannte Kindermörder Martin N. kehrt zurück in ein Gefängnis in Niedersachsen. Er war zuvor an Frankreich ausgeliefert worden, wo gegen ihn ermittelt wurde.

Ein genaues Datum für die Rückkehr von Martin N. steht nach Angaben eines Sprechers des niedersächsischen Justizministeriums noch nicht fest. Die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) hatte zuvor berichtet, dass der heute 50-Jährige in die Justizvollzugsanstalt Celle zurückkehrt. Dort war er inhaftiert, bevor er nach Offenburg (Baden-Württemberg) verlegt wurde, um von dort aus Anfang des Jahres nach Frankreich ausgeliefert zu werden.

Ermittlungen wegen Mordes an Jungen in Frankreich

In Frankreich ermittelte die Staatsanwaltschaft Nantes wegen Mordes an einem Minderjährigen gegen Martin N. Er soll im April 2004 in der Bretagne einen Jungen entführt und getötet haben. Das Kind war in der Nacht aus einem Schullandheim an der französischen Westküste verschwunden. Seine gefesselte und mit Steinen beschwerte Leiche wurde Wochen später in einem Teich etwa 25 Kilometer vom Ort seiner Entführung entfernt entdeckt. Der zu lebenslanger Haft verurteilte Serienmörder soll die Tat einem Mithäftling gestanden haben.

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Der Sprecher des Justizministeriums konnte zum Sachstand des Verfahrens in Frankreich keine Angaben machen. Die "NOZ" berichtet, dass es offenbar zu wenig Beweise dafür gibt, dass Martin N. auch den französischen Jungen ermordet hat. In Deutschland hatte der Serientäter jahrelang kleine Jungen sexuell missbraucht und drei von ihnen im Alter von 8, 9 und 13 Jahren ermordet. Die Taten ereigneten sich zwischen 1992 und 2001: Das Gesicht mit einer Sturmhaube verhüllt schlich N. sich nachts an die Betten seiner Opfer, zumeist in Schullandheimen und Zeltlagern; im Raum Bremen aber auch in Einfamilienhäusern. Das Landgericht Stade verurteilte den früheren Lehramtsstudenten 2012 zu einer lebenslangen Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung. Letztere hob der Bundesgerichtshof jedoch später wieder auf.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.09.2021 | 13:00 Uhr

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