Stand: 01.11.2019 10:20 Uhr

Wolf bei Dörverden wurde nicht erschossen

Eine erste Untersuchung eines bei Dörverden (Landkreis Verden) tot aufgefundenen Wolfes hat ergeben, dass das Tier nicht erschossen wurde. Die Vermutung, dass der Wolf illegal abgeschossen worden sei, könne man inzwischen widerlegen, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums am Freitag. Laut Umweltminister Olaf Lies (SPD) wies das Tier starke Verletzungen durch Bisse auf. Dafür sei womöglich ein anderer Wolf oder "ein anderes großes Tier" verantwortlich. Ob es sich bei dem toten Wolf um den seit Monaten gesuchten und zum Abschuss freigegebenen Leitwolf des Rodewalder Rudels handelt, wird derzeit am Senckenberg-Institut im hessischen Gelnhausen untersucht. Die Untersuchung werde voraussichtlich noch ein paar Tage dauern, hieß es.

Toter Wolf ist alt und sehr groß

Ein Treckerfahrer hatte den Wolfskadaver am Mittwoch auf einer Wiese entdeckt. Der zuständige Wolfsberater, Helmut Meyer, begutachtete den Kadaver am Mittwochabend. "Es handelt sich um einen alten, sehr großen und schweren Rüden", sagte Meyer NDR 1 Niedersachsen. Er gehe nicht davon aus, dass ein Tier von solcher Körpermasse hohe Zäune überspringe wie der "Problemwolf" aus Rodewald. Eine Ähnlichkeit zu dem Leitwolf stellte er bei dem toten Tier allerdings fest. Am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin wird der tote Wolf unter anderem auf Parasiten untersucht. So können die Wissenschaftler unter anderem herausfinden, in welcher Gegend sich das Tier vor seinem Tod aufgehalten hat.

Abschussgenehmigung erneut verlängert

Unterdessen ist die befristete Abschussgenehmigung für den Leitwolf des Rodewalder Rudels erneut verlängert worden. Die Anfang des Jahres vom Land erteilte Genehmigung wäre Ende Oktober abgelaufen. Wie das Umweltministerium mitteilte, wird das Verfahren zur Tötung des Wolfsrüden mit dem wissenschaftlichen Namen GW717m "weiter unter Hochdruck" vorangetrieben. Die Gefahr weiterer Risse von geschützten Nutztieren sowie der Weitergabe problematischer Jagdtechniken an andere Wölfe bestehe unverändert fort, so das Ministerium in einer Mitteilung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.11.2019 | 10:00 Uhr

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