Stand: 12.04.2020 11:44 Uhr

Revision: AKW Grohnde geht sechs Wochen vom Netz

Das Atomkraftwerk in Grohnde. © dpa-Bildfunk Foto: Holger Hollemann
Betreiber Preussen Elektra hat das AKW Grohnde bei Emmerthal für die jährliche Revision für sechs Wochen heruntergefahren. (Themenbild)

Das AKW Grohnde ist für sechs Wochen vom Netz gegangen. Am Ostersonntag hat Betreiber Preussen Elektra das Kernkraftwerk bei Emmerthal im Landkreis Hameln-Pyrmont für die jährliche Revision heruntergefahren - trotz aller Risiken und Kritik von den Grünen. Gesundheitsministerin Carola Reimann und Umweltminister Olaf Lies hatten Anfang April einen Kompromiss zugelassen, damit die Arbeiten durchgeführt werden können und der Infektionsschutz dennoch eingehalten werde. Wichtigste Maßnahme in diesem Zusammenhang: Statt 1.500 Mitarbeitern sind nun höchstens 250 Menschen auf dem Gelände erlaubt. Dadurch dauern die Arbeiten statt zwei Wochen eineinhalb Monate. Die Stromversorgung sei dennoch gewährleistet, sagte Lies. Der Plan sieht vor, das Kraftwerk am 25. Mai wieder anzufahren.

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Landkreis kontrolliert Auflagen für Betreiber

Der Kompromiss war zwischen dem niedersächsischen Umweltministerium, dem Betreiber und dem Landkreis Hameln-Pyrmont ausgearbeitet worden und enthält diverse Auflagen für die Durchführung der Arbeiten. Preussen Elektra sieht die Einhaltung von Corona-Regeln gewährleistet: Die Abstandsregeln könnten durch die Reduzierung des Fremdpersonals eingehalten werden, man habe Zelte aufgebaut, um genug Platz bei der Verpflegung zu gewährleisten, heißt es. Außerdem werde bei den Mitarbeitern, die einen aktuellen Corona-Test nachweisen müssen, beim Zutritt zum Kraftwerksgelände Fieber gemessen. Hamelns Kreisrat Carsten Vetter sagte gegenüber NDR 1 Niedersachsen, dass seine Behörde die Auflagen kontrollieren werde.

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.04.2020 | 10:00 Uhr

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