Stand: 30.07.2019 15:06 Uhr

Rechte im Visier: Durchsuchung in Staufenberg

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Mutmaßlichen Rechtsextremisten auf der Spur: Am Dienstag sind die Wohnungen von sechs Beschuldigten und vier weiteren Personen durchsucht worden - auch in Niedersachsen.

Bei einer bundesländerübergreifenden Razzia gegen mutmaßliche Rechtsextremisten ist am Dienstag auch ein Objekt in Staufenberg im Landkreis Göttingen durchsucht worden. Das bestätigte das mit den Ermittlungen beauftragte Landeskriminalamt (LKA) Sachsen-Anhalt NDR.de. Neben den Wohnungen von sechs Beschuldigten hat die Bundesanwaltschaft auch Objekte von vier nicht tatverdächtigen Personen durchsuchen lassen. Nähere Details zu dem durchsuchten Gebäude in Staufenberg - ob sich dort etwa einer der Beschuldigten aufgehalten hat - konnte ein LKA-Sprecher aber nicht nennen. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wollte sich ebenfalls nicht weiter dazu äußern. Es seien Wohnungen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Nordrhein-Westfalen durchsucht worden, hieß es lediglich. Bislang sei niemand festgenommen worden.

Gruppe wird verdächtigt, Ziele mit Gewalt durchzusetzen

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Die sechs Beschuldigten werden nach Angaben der Bundesanwaltschaft unter anderem verdächtigt, eine kriminelle Vereinigung gegründet zu haben. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler sollen sie im vergangenen Jahr innerhalb der rechten Gruppierung "Wolfsbrigade" eine Untergruppe mit dem Namen "Sturmbrigade" als "bewaffneten Arm" gegründet haben. Erklärtes Ziel der Gruppierung sei das "Wiedererstarken eines freien Vaterlandes" nach dem "germanischen Sittengesetz". Es besteht laut Generalbundesanwalt der Verdacht, dass diese Ziele auch mit Gewalt durchgesetzt werden sollen.

Verfügt Gruppierung über Waffen?

Mit den Razzien sollten unter anderem nähere Erkenntnisse über die Gruppe "Sturmbrigade" gewonnen werden. Außerdem solle geklärt werden, ob die Beschuldigten über Waffen verfügen, so die Bundesanwaltschaft. Der Verein "Miteinander" in Sachen-Anhalt warnte, dass sich neonazistische Zusammenschlüsse in den vergangenen Jahren radikalisiert hätten. So sei die "Wolfsbrigade" bereits 2018 in einer Serie rechtsextremer Demonstrationen öffentlich in Erscheinung getreten. Solche gewaltbereiten neonazistischen Gruppen agierten überregional vernetzt und gehörten zum Kern des Mobilisierungspotentials der rechten Szene, so der Verein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 30.07.2019 | 13:30 Uhr

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