Zwei Frauen laufen am Bahnsteig an einem ICE vorbei. © dpa-Bildfunk Foto: Tom Weller

Pro Bahn: Zu wenig Streckenausbau - zu viele Zugausfälle

Stand: 07.11.2021 16:45 Uhr

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat die Landesregierung zu deutlich mehr Anstrengungen für einen attraktiveren Zugverkehr aufgefordert.

"Fahrgäste können sich immer seltener darauf verlassen, pünktlich an ihr Ziel zu kommen", hieß es von dem Verein am Sonntag. Mitglieder von Pro Bahn hatten sich zu einer Sitzung zur Situation des Zugverkehrs im Nordwesten getroffen. Man betrachte mit großer Sorge, dass es weiterhin einen Trend zunehmender Zugausfälle sowie ständig nicht funktionierende Anschlüsse und unterlassenen Streckenausbau gebe. So könne die Bahn kaum mehr Kunden anlocken und ihrer Aufgabe nachkommen, Teil der Verkehrswende zu sein. Pro Bahn rief das Land auf, "endlich aktiv zu werden und ihren Handlungsspielraum zugunsten Bahn und Bus auszuschöpfen - wie andere Landesregierungen".

"So läuft Mobilitätswende ins Leere"

Mit Blick auf die Klima- und Verkehrsdebatte hieß es: "Die Fahrgastvertreter sorgen sich, dass immer mehr Kunden von der Schiene ins Auto getrieben werden und so die 'Mobilitätswende als Teil des Maßnahmenpaketes gegen die Erderwärmung ins Leere läuft." Vor allem im Nahverkehr riskiere man, die Chancen der Bahn als umweltfreundliche Alternative zu verspielen. Hier werde vor allem der Personalmangel zu einem wachsenden Problem.

Pro Bahn sieht Defizite bei Nordwestbahn und Erixx

Lobend hoben die Vertreter des Vereins hervor, dass bei weiteren Ausschreibungen für den Nahverkehr nun "verstärkt auch eine dickere Personaldecke" verlangt werde. "Der Fokus muss aber noch weiter weg vom Preis als wichtigstem Vergabekriterium hin zu mehr messbaren Anforderungen an eine fahrgastfreundliche Qualität", sagte Malte Diehl vom Landesverband. Defizite sieht Pro Bahn allerdings bei privaten Anbietern im Land wie der Nordwestbahn und dem Erixx.

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Aktuell | 07.11.2021 | 16:00 Uhr

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