Stand: 02.09.2020 19:45 Uhr

Polizeigewalt: Angeklagter räumt Fehler ein

Vor dem Amts- und Arbeitsgericht Hameln stehen mehrere Polizeifahrzeuge. © NDR Foto: Wilhelm Purk
Der Prozess findet am Amtsgericht Hameln statt. (Archivbild)

Ein Ex-Polizist und fünf Beamte müssen sich seit Mittwoch vor dem Amtsgericht Hameln unter anderem wegen Körperverletzung im Amt verantworten. Zum Prozessauftakt gestand der 27-jährige Hauptangeklagte ein, einen am Boden liegenden Festgenommen getreten zu haben. Die fünf noch aktiven Ermittler sind angeklagt, weil sie laut Staatsanwaltschaft nicht eingeschritten sind.

Hauptangeklagter nicht mehr im Polizeidienst

Der Hauptangeklagte sagte vor Gericht, dass er einen Fehler begangen habe. Er habe überreagiert, nachdem das spätere Opfer mehrere Straßensperren der Polizei durchbrochen hatte. An einer der Sperren habe er sich selbst nur durch einen Sprung retten können. Als der Mann sich nach seiner Festnahme heftig gewehrt habe, sei er mehrmals auf dessen Arme getreten. Der 27-Jährige berichtete, dass er, wie erst später diagnostiziert worden sei, damals schon psychisch krank gewesen sei. Später habe er zudem eine schwere Krankheit überlebt und sei inzwischen kein Polizeibeamter mehr.

Kollegen wollen nichts mitbekommen haben

Die fünf ehemaligen Kollegen sagten aus, dass sie von den Tritten nichts mitbekommen hätten. Sie seien zu sehr damit beschäftigt gewesen, den sich wehrende Mann unter Kontrolle zu bringen. In dem Prozess soll auch noch ein Video von dem Vorfall gezeigt werden, das offenbar von einer Überwachungskamera aufgenommen wurde. Die Urteile werden am Montag erwartet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.09.2020 | 14:00 Uhr

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