Stand: 19.03.2020 12:14 Uhr

Polizei warnt vor schamlosen Corona-Betrügern

Ein Polizist in Uniform steht neben einem Polizeiauto und hält einen Telefonhörer in der Hand. © NDR Foto: Julius Matuschik
Kriminelle nutzen die Verunsicherung um das Coronavirus für ihre Zwecke (Symbolfoto).

Die Polizei Celle warnt davor, dass Kriminelle das Coronavirus und die Verunsicherung für Betrugsmaschen ausnutzen. Verschiedene Methoden kämen dabei bereits im gesamten Bundesgebiet zum Einsatz, teilte eine Sprecherin mit. Zuvor hatten unter anderem die Polizei in Osnabrück vor dreisten Trick-Betrügern gewarnt, die aus den Sorgen um das Coronavirus kriminellen Profit schlagen wollten. Verbreitet sei etwa eine Form des Enkeltricks. Betrüger würden sich am Telefon als Verwandte ausgeben, die unter Quarantäne stünden und dringend Geld bräuchten. Dies sollen die Opfer dann an der Tür an ihnen unbekannte Menschen übergeben. Insbesondere Senioren seien häufiger Ziel der "niederträchtigen Betrugsmasche", wie eine Sprecherin mitteilte.

Täter geben sich als Gesundheitsamts-Mitarbeiter aus

Eine weitere perfide Methode sei, dass sich Täter als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgeben, um in die Wohnung zu gelangen. Die Betrüger würden beispielsweise behaupten, dass sie einen Corona-Test machen wollen oder sich ein Mitbewohner infiziert habe und daher weitere Untersuchungen notwendig seien. Das eigentliche Ziel der Täter sei dabei aber nur, die Opfer abzulenken und - etwa mithilfe eines Komplizen - Wertgegenstände zu entwenden.

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Betrüger bei der Nachbarschaftshilfe

Sogar vor Einkaufshilfen für Senioren machen die Täter laut Polizei keinen Halt. Schamlos würden Betrüger etwa unter dem Deckmantel der Nachbarschaftshilfe die Gutgläubigkeit älterer Menschen ausnutzen. Die Polizei warnt in dem Zusammenhang sowohl vor Einschleichdieben als auch vor Betrügern. Diese würden von den Senioren mitunter größere Geldbeträge verlangen, weil diese angeblich "virenverseucht" seien und desinfiziert werden müssten.

Polizei fordert klare Absprachen

Die Polizei fordert daher alle an einer örtlichen Nachbarschaftshilfe beteiligten Institutionen und Hilfsorganisationen auf, für sichere Rahmenbedingungen zu sorgen, indem sie zwischen den ehrenamtlichen Helfern und den Hilfebedürftigen vermitteln. Die Menschen sollten wissen, wer sie an der Haustür aufsucht und welche Absprachen getroffen wurden, hieß es.

Schockanrufe - das empfiehlt die Polizei

  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen (auch wenn sich diese als angebliche Amtspersonen legitimieren).
  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht mit Namen melden. Fordern Sie den Anrufer grundsätzlich dazu auf, seinen Namen zu nennen.
  • Geben Sie keine Details zu familiären und finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
  • Lassen Sie ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (Täter wählen mit Vorliebe Personen mit einem älter klingenenden Namen aus).
  • Wer bereits auf die Masche hereinfiel, soll unverzüglich über den Notruf 110 die Polizei informieren. Dies könne den Ermittlern helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.

Empfehlungen bei Gesundheitsamt-Masche

  • Lassen Sie sich nicht verunsichern.
  • Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung.
  • Lassen Sie sich den Legitimationsausweis zeigen - kontaktieren Sie die entsprechende Institution beziehungsweise die Polizei.
  • Schließen Sie die Tür und rufen Sie die Polizei.

Vorgetäuschte Hilfsangebote

  • Die Polizei rät allen, die Hilfe annehmen, ein gesundes Misstrauen an den Tag zu legen.
  • Nehmen Sie am besten über eine Institution (wie Kirche, Gemeinde, DRK oder andere Hilfsorganisation) organisierte und abgesprochene Hilfe (für Einkauf, Post- oder Apothekengänge) in Anspruch. Lassen Sie sich von der Organisation den Namen oder die Legitimation der Person geben, die zu Ihnen an die Haustür kommt.
  • Lassen Sie keine Personen in Ihr Haus oder ihre Wohnung (Stichwort: Einschleichdiebe).
  • Lassen Sie sich die Einkäufe und Besorgungen an der Haustür übergeben. Das ist auch vor dem Hintergrund der möglichen Weiterverbreitung des Coronavirus sinnvoll. - Übergeben Sie keine "größeren" Bargeldbeträge oder Wertgegenstände - auch nicht vor einem möglichen Hintergrund, dass dieses "virenverseucht" sein soll und desinfiziert werden muss.
  • Melden Sie entsprechende Vorfälle (Trickbetrüger, Einschleichdiebe) unverzüglich bei der Polizei.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 13.03.2020 | 06:30 Uhr

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