Stand: 06.03.2018 12:07 Uhr

Pflegenotstand: Messe will Lösungen aufzeigen

Bis zum Jahr 2030 fehlen in Niedersachsen laut einer aktuellen Studie bis zu 52.000 Pflegekräfte. Dem Mangel an menschlichen Fachkräften könnten Assistenz- und Robotertechnologien künftig entgegenwirken - so die Hoffnung. Digitalisierung ist denn auch der Schwerpunkt der Fachmesse "Altenpflege 2018", die am Dienstag in Hannover begonnen hat. Mehr als 500 Aussteller präsentieren neue Produkte und Dienstleistungen für die ambulante und stationäre Pflege. Die Digitalisierung schaffe Freiräume und biete Chancen, den Pflegeberuf zu entlasten, sagte Lukas Sander vom Vincentz-Verlag in Hannover, der die Messe veranstaltet. Fest stehe aber auch, dass Technik den Menschen nie ersetze, sondern nur die professionelle Pflege unterstützen dürfe.

Die Hoffnung: Wieder mehr Zeit für menschliche Zuwendung

Derzeit seien bundesweit mehr als 30.000 Altenpflegerstellen unbesetzt, sagte Sander. Pfleger hätten deshalb schon heute kaum Zeit für Patienten und müssten eine Praxis der "Rennpflege" betreiben. Die Digitalisierung könne dazu beitragen, dass Fachkräfte wieder mehr Zeit für menschliche Zuwendung hätten.

Der Therapieball als "Allzweckwaffe"

Eines der Beispiele für digitale Innovation: der interaktive Therapieball der Start-up-Unternehmens ichó systems. Mit ihm sollen Demenzkranke spielerisch Zugang zu anderen Betroffenen oder Angehörigen bekommen, sagte Geschäftsführer Steffen Preuß. Zudem lasse sich mit dem Ball Musik oder ein Märchen abspielen. Damit könnten Patienten beruhigt und die gesamte Pflege-Situation entspannt werden. Sensoren des Balls erfassen außerdem Daten des Patienten, um Krankheitsverläufe zu dokumentieren.

Smartphone ersetzt Aktenberge

Ein weiteres Beispiel sei der Einsatz von Smartphones in der ambulanten Pflege, sagte Veranstalter Sander. Diese könnten den Fachkräften auf dem Weg zu ihren Patienten als Navigationssystem dienen. Zudem könnten ambulante Pfleger spontan reagieren und unterwegs ihre Route ändern, wenn etwa ein Patient ins Krankenhaus eingeliefert wurde und nicht mehr zu Hause angetroffen werden kann. Auch Informationen über die Patienten könnten auf dem Smartphone gespeichert werden und Akten und Klebezettel bei der Übergabe ersetzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 06.03.2018 | 06:30 Uhr

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