Stand: 10.01.2018 13:53 Uhr

Name gesucht: Wie soll Behindertenausweis heißen?

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Eine einfache Idee setzt sich durch - der weltweit erste "Schwer-in-Ordnung-Ausweis".

Mit einem selbst gebastelten "Schwer-in-Ordnung-Ausweis" hatte die 14-jährige Hannah aus dem schleswig-holsteinischen Pinneberg im Oktober auf sich aufmerksam gemacht. Die junge Frau mit Down-Syndrom fand, dass die Bezeichnung "Schwerbehindertenausweis" nicht zu Menschen wie ihr passt und sie diskriminiert. Diese Idee greift das Land Niedersachsen nun auf und will mit einem Kreativ-Wettbewerb einen neuen Namen für die Hülle von Schwerbehindertenausweisen finden. Hannah habe einen wichtigen Denkanstoß gegeben, sagte Sozialministerin Carola Reimann (SPD). Die Bezeichnung "Schwerbehindertenausweis" stelle die vermeintlichen Defizite in den Vordergrund. "Das widerspricht dem Gedanken von Inklusion. Wir müssen die Barrieren in den Köpfen wegbekommen und das fängt auch bei der Änderung von Bezeichnungen an, die aus- oder abgrenzen."

Ein Scherenschnitt von fünf Personen, die sich an den Händen halten. © fotolia Fotograf: lily

Treffpunkt Hamburg: Thementag Inklusion

NDR 90,3 - Treffpunkt Hamburg -

Was hat sich schon verändert für Menschen mit Behinderungen? Am Thementag Inklusion bei NDR 90,3 kommen Betroffene und Sozialsenatorin Melanie Leonhard zu Wort.

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Jury wählt beste Idee bis zum 31. Januar

Laut Reimann lässt sich der Ausweis allerdings nicht einfach umbenennen, Name und Aussehen seien bundesrechtlich geregelt. Deshalb wolle die Landesregierung zumindest mit der Neugestaltung der Einsteckhülle ein Zeichen setzen. Diese überdecke den Ausweis im Kreditkarten-Format. Insbesondere seien alle Menschen mit Behinderungen aufgerufen, Vorschläge zu machen. Eine Jury aus Betroffenen, Ministerin Reimann und der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung werden dann die beste Idee auswählen, die Entscheidung soll im Februar bekanntgegeben werden.

Vorschläge können bis zum 31. Januar per E-Mail an Aktionsplan.Inklusion@ms.niedersachsen.de geschickt werden oder per Post an das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Hannah-Arendt-Platz 2, 30159 Hannover.

Hülle für "Schwer-in-Ordnung-Ausweis" in Hamburg

Hannahs Aktion hatte in sozialen Netzwerken viel Unterstützung erhalten und bundesweit für Aufsehen gesorgt. Beim Versorgungsamt Hamburg stellten bereits mehrere Menschen einen Antrag auf einen "Schwer-in-Ordnung-Ausweis". Die Behörde hat inzwischen reagiert und gibt seit einigen Wochen auf Wunsch kostenlose Hüllen mit dem Aufdruck "Schwer-in-Ordnung-Ausweis" aus, in die der Schwerbehindertenausweis eingesteckt werden kann.

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Behörde stellt "Schwer-in-Ordnung-Ausweis" aus

Die Idee einer 14-Jährigen setzt sich durch: In Hamburg wird es neben dem Schwerbehinderten-Ausweis auch einen "Schwer-In-Ordnung-Ausweis" geben. Das bestätigte die Sozialsenatorin bei NDR 90,3. (15.11.2017) mehr

Das Netz findet Hannah #schwerinordnung

Hannah aus dem Kreis Pinneberg hat das Down-Syndrom. Sie hat sich einen "Schwer-in-Ordnung"-Ausweis gebastelt. Ihre Geschichte für eine Vereinszeitschrift ist ein Internet-Hit. (27.10.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Treffpunkt Hamburg | 14.11.2017 | 20:00 Uhr

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