Stand: 01.06.2019 18:03 Uhr

Nach Klage: IS-Kinder sollen zurückgeholt werden

Die Bundesregierung hat sich erstmals bereit erklärt, Kinder von IS-Angehörigen aus Syrien nach Deutschland zurückzuholen. Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" erklärte das Auswärtige Amt dies im Rahmen eines laufenden Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht in Berlin.

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Bundesregierung will IS-Waisen zurückholen

Die Bundesregierung hat sich erstmals bereit erklärt, Kinder von IS-Angehörigen aus Syrien nach Deutschland zurückzuholen. Mehr bei tagesschau.de. extern

Erfolg für Anwalt aus Hannover

Die Erklärung des Auswärtigen Amts ist ein Erfolg für Dirk Schoenian: Der Rechtsanwalt aus Hannover hatte die Klage im Auftrag der Großeltern im Mai beim Berliner Verwaltungsgericht eingereicht. Schoenian vertritt nach eigenen Angaben vier Großeltern-Paare und setzt sich für die Rückholung von insgesamt zehn Kindern ein. Dazu zähle auch ein Fall aus Wolfsburg. Dabei hätten Großeltern ihn beauftragt, ihre Schwiegertochter und drei Enkel im Alter von anderthalb, fünf und sieben Jahren nach Deutschland zu holen.

Vier Kinder vor Rückkehr

Nach Angaben von Schoenian soll sich das Amt bereit erklärt haben, vier Waisenkinder von deutschen Sympathisantinnen der Terrormiliz IS zurückzuholen. In einem Fall handelt es sich um zwei Geschwister im Alter von vier und zwei Jahren, die sich derzeit im Flüchtlingslager al-Haul nahe der syrisch-irakischen Grenze aufhalten. Ihre aus Baden-Württemberg stammende Mutter soll bei den Kämpfen um die letzte IS-Bastion Baghouz ums Leben gekommen sein.

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Schoenian: Mädchen hat akute Gesundheitsprobleme

Wann die Kinder zurückgeholt werden, ist unklar. Das Auswärtige Amt erklärte auf Anfrage, sich zu einem laufenden Verfahren nicht äußern zu wollen. Schoenian sagte NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung", es sei "gut, dass sich das Auswärtige Amt nun zu seiner Verantwortung bekennt". Allerdings sei immer noch nicht absehbar, wann nun etwas passiere, und die Zustände in al-Haul seien erschreckend. "In zwei oder drei Monaten leben die Kinder möglicherweise nicht mehr". Nach Angaben des Anwalts wurde die Zweijährige wegen akuter Gesundheitsprobleme in den vergangenen Tagen in ein Krankenhaus verlegt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 31.05.2019 | 17:00 Uhr

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