Stand: 30.06.2020 13:13 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Missbrauch Münster: Weitere Festnahmen in Hannover

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Im Missbrauchsfall Münster hat die Polizei am Dienstag in vier Bundesländern acht Objekte nach Beweismaterial durchsucht. (Themenbild)

Im Fall des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs im nordrhein-westfälischen Münster haben die Ermittler am Dienstag drei weitere Tatverdächtige festgenommen - zwei von ihnen kommen aus Hannover. Außerdem ermitteln die Beamten gegen einen Mann aus Langenhagen (Region Hannover). Rund 180 Beamte waren am frühen Morgen im Einsatz, um zeitgleich acht Objekte in Nordrhein-Westfalen (NRW), Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hessen nach Beweismitteln zu durchsuchen. Dabei wurden auch die beiden Männer aus Hannover festgenommen und ein dritter aus Aachen - die Haftbefehle lagen zu diesem Zeitpunkt bereits vor.

Mit Hauptverdächtigem und Opfer im Urlaub

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft Münster soll der 29-jährige Mann aus Hannover in engem Kontakt zu dem 27-jährigen Haupttäter aus Münster und dem zehnjährigen Opfer gestanden haben. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass der 29-Jährige bei einem Urlaub der beiden anwesend gewesen sein soll, bei dem der Junge auch missbraucht worden sein soll. Festgenommen wurde der 29-Jährige bei seinen Eltern im Großraum Frankfurt. Die Beamten stellten bei ihm einen PC, einen Laptop und ein Handy sicher.

49-Jähriger traf Missbrauchsopfer mehrfach

Bei dem zweiten Tatverdächtigen aus Hannover handelt es sich um einen 49-Jährigen. Er soll sich nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft des Öfteren mit dem Hauptbeschuldigten und dem zehnjährigen Missbrauchsopfer getroffen haben. In mindestens einem Fall soll er den Jungen schwer sexuell missbraucht haben. Er wurde in seiner Wohnung in Hannover festgenommen.

Ermittlungen gegen 36-Jährigen aus Langenhagen

Der 36-Jährige aus Langenhagen, gegen den noch weiter ermittelt wird, soll sich im Juli 2019 mit dem Hauptbeschuldigten und dem Zehnjährigen auf einem Campingplatz in Niedersachsen aufgehalten haben. Nach Angaben der Behörden "ist anzunehmen, dass er sich hier an Tathandlungen beteiligte oder zumindest von diesen wusste". Die Polizei ermittelt in dem Missbrauchsfall auch gegen einen 29-Jährigen aus Heiligenhaus (Nordrhein-Westfalen) und gegen einen 52-Jährigen aus Norderstedt (Schleswig-Holstein).

Hinweise auf siebtes Opfer

Im Fall Münster hatten die Ermittler bislang sechs missbrauchte Kinder identifiziert. Bei den jüngsten Durchsuchungen fanden die Ermittler nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul (CDU) zudem Hinweise auf ein siebtes Opfer. Als Hauptverdächtiger in dem Missbrauchskomplex gilt ein 27-jähriger IT-Spezialist aus Münster. Er soll den zehnjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin missbraucht haben. Laut Reul gibt es in dem Fall inzwischen 21 Tatverdächtige, von denen zehn in Untersuchungshaft sitzen.

Weitere Informationen

Fall Münster: Verdächtige aus Hannover schweigen

Unter den Beschuldigten im Kindesmissbrauchs-Skandal von Münster sind auch zwei Hannoveraner. Die Ermittler fanden eine Festplatte mit belastendem Material, die Männer schweigen bislang. (08.06.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 30.06.2020 | 13:00 Uhr

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