Ein Wolf steht im Wald. © picture alliance Foto: Patrick Pleul

Mindestens 57 Welpen: Niedersachsens Wolfspopulation wächst

Stand: 10.08.2021 14:24 Uhr

In Niedersachsen hat mehr als die Hälfte der frei lebenden Wolfsrudel Nachwuchs bekommen. Damit einher geht auch, dass es zu häufigeren Kontakten zwischen Mensch und Wolf kommen dürfte.

Demnach sind durch sichere Nachweise bislang 57 Welpen erfasst worden. Es handele sich "um eine Mindestzahl, die nicht die Realität darstellt". Häufig sei es nicht möglich, alle Jungtiere eines Rudels auf einem Foto oder einem Film aufzunehmen, hieß es weiter. Die Zahl an nachgewiesenen Welpen werde also ansteigen. Die jungen Tiere wurden Ende April oder Anfang Mai geboren.

Göhrde: Allein 15 Welpen in einem Rudel

In Niedersachsen sind derzeit 38 Rudel bestätigt. Im Territorium Göhrde, das sich zwischen Lüchow-Dannenberg und Uelzen befindet, wies die Landesjägerschaft eine sogenannte Doppelreproduktion nach. Dort paarten sich folglich zwei Fähen aus dem selben Rudel mit einem Rüden. 15 Welpen wurden dort nachgewiesen, sie werden nun gemeinsam im Rudel großgezogen.

Bei Kontakt: Nicht wegrennen!

Ob alle Tiere der zwei Würfe aber auch überleben werden, ist noch unklar, weil gerade in den ersten Wochen der Hunger der Welpen enorm sei. Und auch wenn das Rudel nun aus drei Elterntieren besteht, schätzt die Landesjägerschaft es als keine leichte Aufgabe für die Wölfe ein, ausreichend Futter zu finden. Die Landesforsten halten es für wahrscheinlich, dass Menschen und Wölfe sich zukünftig häufiger im Wald begegnen. Wichtig sei dann, Ruhe zu bewahren, sich mit lautem Rufen bemerkbar zu machen, aber dem Wolf auch Platz zu lassen, um sich zurückzuziehen. Wegdrehen und selber fluchtartig weglaufen sei hingegen nicht ratsam, denn genau das könnte den Jagdreflex des Tieres wecken.

Jäger gehen nicht von erhöhter Gefahr für Weidetiere aus

Hundehalter sollten ihr Tier im Wald an die Leine nehmen, damit es nicht zum Konflikt zwischen Wolf und Hund kommt. Grundsätzlich hat der Wolf seit seiner Rückkehr nach Niedersachsen übrigens noch keinen Menschen ernsthaft verletzt - anders als bei Weidetieren wie Schafen. Da die Waldgebiete in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Uelzen aber so groß sind, geht die Landesjägerschaft davon aus, dass die Wölfe ausreichend Rehe, Hasen und andere Beute finden werden und nicht noch deutlich mehr auf Viehweiden vorrücken. Das müsse aber beobachtet werden, sagen die Jäger.

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Ein Wolf blickt in die Kamera. © picture alliance/chromorange Foto: CHROMORANGE / Dieter Möbus

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 10.08.2021 | 15:00 Uhr

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