Stand: 13.09.2019 19:07 Uhr

Landtag: Waldrettung ist Konsens - Ansatz strittig

Die Wiederaufforstung der zerstörten Waldflächen in Niedersachsen wird Jahre beanspruchen.

Der Niedersächsische Landtag hat sich am Freitag in Hannover einhellig für die Rettung der unter Trockenheit und Borkenkäferbefall leidenden Wälder ausgesprochen. Alle Parteien forderten Konzepte zur Unterstützung betroffener Waldbesitzer und Anpflanzungen klimabeständigerer Baumarten. Im Agrarausschuss soll nun über das weitere Vorgehen zum Wiederaufforsten von inzwischen mehr als 20.000 Hektar zerstörter Waldfläche beraten werden.

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Waldschäden: Land hilft mit 1,5 Millionen Euro

Hallo Niedersachsen -

Im Landtag wurde über die dramatische Lage des Waldes beraten. Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast konnte den Besitzern bisher nur eine Soforthilfe von 1,5 Millionen Euro zusagen.

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Massives Waldrettungsprogramm gefordert

Die Situation in den niedersächsischen Wäldern sei absolut dramatisch. Man müsse "vollkommen neu denken", sagte der FDP-Abgeordnete Hermann Grupe. Die Schäden summierten sich inzwischen auf mehrere Hundert Millionen Euro und die vom Land bereits angekündigte Unterstützung in Höhe von 1,5 Millionen Euro könne allenfalls eine erste Soforthilfe sein. Auch der AfD-Abgeordnete Stefan Wirtz, der "eine Sachdebatte ohne Klimapanik" anmahnte, nannte die zugesicherte Summe "einen Tropfen auf den heißen Stein". "Wir brauchen ein massives Waldrettungsprogramm auch in Niedersachsen", sagte der Grünen-Abgeordnete Christian Meyer. Länder wie Hessen und Thüringen hätten bereits dreistellige Millionensummen zur Waldrettung angekündigt.

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Höhe der Finanzspritze noch unklar

Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) machte deutlich, dass man die Waldbesitzer nicht allein lassen werde. "Es wird Geld geben." Die Höhe der finanziellen Unterstützung für Aufforstungen werde das Land Ende September nach dem Klima- und Waldgipfel in Berlin konkreter beziffern können. Dabei werde das Aufforsten etliche Jahre dauern, auch weil Pflanzgut für neue Bäume nicht unbegrenzt zur Verfügung steht.

Mehr Waldarbeiter und Förster gefordert

Auch der CDU-Abgeordnete Helmut Dammann-Tamke sagte, dass es in der Frage der Waldrettung einen "weitgehenden Konsens" gebe. Zur Beseitigung der Schäden und um den Wald fit für den Klimawandel zu machen, müssten die Kapazitäten der Baumschulen erweitert und mehr Waldarbeiter und Förster ausgebildet werden.

Grünen-Abgeordnete: "Klimawandel ist angekommen"

Miriam Staudte von den Grünen forderte einen radikalen Klimaschutz, wenn man die Wälder erhalten wolle. "Die Wahrheit ist, dass der Klimawandel in den Wäldern angekommen ist." Künftig werde es nicht mehr darum gehen, mit dem Wald Geld zu machen, sondern ihn zu erhalten.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 13.09.2019 | 18:00 Uhr

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