Ein Blick in eine modern eingerichtete Küche. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Haus in Hannover zeigt Möglichkeiten von Recycling auf

Stand: 03.11.2020 12:24 Uhr

Der Naturschutzbund (NABU) fordert, dass beim Bauen möglichst viel Recycling-Material verwendet wird. Ein Beispiel für ein derartiges Gebäude steht in Hannover.

Das Wohnhaus im Stadtteil Kronsberg sticht durch die ungewöhnlichen Materialien heraus: Für die Eingangsfassade wurden ehemalige Saunabänke verwendet, Stahlträger und Treppengeländer stammen aus einem Freizeitheim und die Fenster aus einem einstigen Haus der Jugend in Hannover. Im Bad dient ein Wandbelag aus Kronkorken als Ersatz für Mosaikfliesen. Der Rohbau ist aus leimfreiem Massivholz verschraubt und kann so später wieder demontiert werden.

Baumaterial aus abgerissenen Häusern

Bei der Beschaffung der Bauteile nutzte der Bauherr, ein Bauunternehmen aus Hannover, verschiedene Quellen. Unter anderem bedienten sich die Verantwortlichen bei Abrissen von anderen Häusern. Im Innenausbau kam Material von Messeständen zum Einsatz, das sonst verheizt worden wäre. Lediglich die Haustechnik mit Heizung, Elektrik und Lüftungsanlage ist neu, um aktuell gültigen Standards zu entsprechen.

Recycling-Bau derzeit noch teuer

Ein solches Projekt lasse sich zwar nicht beliebig duplizieren, sagte der Prokurist des Bauunternehmens, Franz-Josef Gerbens. Man werde aber versuchen, Recyclingmaterial verstärkt zu verwenden. "Es passt in den Megatrend Klimaschutz." Gerbens räumt ein, dass ein hoher Recyclinganteil derzeit noch teurer sei. Setze man aber künftig verstärkt darauf, rechne er mit Preisneutralität.

Birgit Langhammer in der Bremer Bauteilbörse © NDR

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Trennbarkeit der Materialien sehr wichtig

Diese Einschätzung teilt auch der NABU. Ziel müsse sein, so zu bauen, dass die Materialien leicht voneinander getrennt werden könnten, sagte der NABU-Referent für Energiepolitik und Klimaschutz, Danny Püschel. Dann entwickele sich dafür auch ein Markt. Derzeit würden aber vor allem geklebte und verschweißte Verbundstoffe verwendet, die sich nicht trennen ließen, so Püschel. Über die Hälfte des Abfalls bundesweit und acht Prozent des CO2-Ausstoßes stammen nach Angaben von Püschel vom Bau. Er fordert deshalb, Stoffe im Kreislauf zu lassen und noch bestehende Hürden zu beseitigen.


03.11.2020 14:41 Uhr

Hinweis der Redaktion: Eine Nachfrage bei NABU-Referent Danny Püschel hat ergeben, dass lediglich acht Prozent des CO2-Ausstoßes durch Bauen und Sanieren von Gebäuden verursacht werden. Der zunächst genannte Wert von 30 bis 40 Prozent bezieht sich auf den gesamten Gebäudesektor inklusive Betrieb. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

 

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Dieses Thema im Programm:

Regional Hannover | 03.11.2020 | 17:00 Uhr

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