Eine Collage von Schauspieler*innen der #allesdichtmachen-Kampagne. © picture alliance/dpa/Internetaktion #allesdichtmachen via Youtube

Hass-Mails an Autor Imre Grimm: RND erstattet Strafanzeige

Stand: 30.04.2021 14:49 Uhr

Nach extrem beleidigenden E-Mails an Autor Imre Grimm hat das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) Anzeige erstattet. Der Journalist hatte die Aktion #allesdichtmachen in einem Kommentar kritisiert.

Imre Grimm ist Leiter des Gesellschaftsressorts des RND, das überregionale Inhalte für mehr als 60 Zeitungen in Deutschland erstellt, darunter zum Beispiel auch Niedersachsen größte Zeitung, die HAZ. Als Reaktion auf seinen Meinungsbeitrag zu der Schauspieler-Aktion #allesdichtmachen erhielt Grimm laut RND mehr als 400 E-Mails. Zwei Drittel dieser Mails seien "übel beleidigend und weit von dem entfernt, was man gemeinhin Diskurs oder Debatte nennt", teilte der RND am Freitag mit.

"Nicht bereit, das Überschreiten verbaler Grenzen zu akzeptieren"

Grimms Text mit dem Titel "Stars gegen den Lockdown: Warum die Aktion 'Alles dichtmachen' eine Verhöhnung der Corona-Toten ist" sei klar als Meinungsstück gekennzeichnet gewesen. Die Redaktion begrüße es außerordentlich, wenn sich Leserinnen und Leser kritisch mit ihrer Arbeit auseinandersetzen und mit Argumenten in den Dialog treten. "Wir sind jedoch nicht bereit, das Überschreiten verbaler Grenzen zu akzeptieren - zumal dann nicht, wenn sie justiziabel sind", so der RND. Man werde auch in Zukunft in solchen Fällen grundsätzlich Strafanzeige stellen.

Immer mehr Anfeindungen gegen Journalisten

Zuletzt hatte es gehäuft Anfeindungen und körperliche Angriffe auf Journalistinnen gegeben - insbesondere aus dem rechtsextremen Raum. Auf der Rangliste der Pressefreiheit der Organisation "Reporter ohne Grenzen" befindet sich Deutschland nur noch auf Platz 13. Die Pressefreiheit wird demnach nicht mehr als "gut", sondern nur noch als "zufriedenstellend" bewertet.

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