Stand: 01.04.2019 12:16 Uhr

Hannover Messe: Merkel schaut sich Highlights an

An einem Stand konnten Kanzlerin Merkel und Schwedens Ministerpräsident Löfven einen Roboter beobachten, der gegen einen Jugendlichen Tischtennis spielte.

Mit ihrem traditionellen Rundgang hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heute die Hannover Messe für Besucher eröffnet. Zusammen mit Stefan Löfven, dem Ministerpräsidenten des diesjährigen Messe-Partnerlands Schweden, sah sich Merkel am Morgen einige Highlights der weltgrößten Industrieschau an. Unter anderem informierte sie sich darüber, wie der ultraschnelle Mobilfunkstandard 5G künftig in Fabriken eingesetzt werden kann. An einem anderen Stand spielte ein Roboter Tischtennis gegen einen Jugendlichen, womit das Thema künstliche Intelligenz anschaulich gemacht wurde. Merkel sagte, dass künstliche Intelligenz und die weiteren in Hannover präsentierten Innovationen am Ende dem Menschen dienen müssten. Aufgabe der Politik sei es, dafür einen Rahmen zu schaffen. Dies geschehe beispielsweise dadurch, dass junge Menschen entsprechend ausgebildet werden.

Kanzlerin Merkel begutachtet ein technisches Gerät

Hannover Messe: Kanzlerin Merkel mittendrin

Hallo Niedersachsen -

Kanzlerin Merkel hat mit ihrem traditionellen Rundgang die Hannover Messe eröffnet. Mit Schwedens Ministerpräsident informierte sie sich über die neuen Technologien der Industrie.

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Deutschland und Schweden wollen enger zusammenarbeiten

Zu Beginn des Rundgangs betonten Merkel und Löfven, dass die Zusammenarbeit zwischen Schweden und Deutschland immer bedeutender werde. Es sei eine Ehre und ein Privileg für Schweden, das diesjährige Partnerland der Industriemesse zu sein, sagte Löfven. Es sei aber auch eine gute Wahl, denn wenn die Schweden etwas mögen würden, dann sei es Kooperation. "Wenn du willst, dass etwas auf deine Art gemacht wird, dann kannst du es allein machen. Wenn du aber möchtest, dass etwas gut gemacht wird, dann machst du es zusammen", sagte Löfven. Die Politiker erweiterten zudem die deutsch-schwedische Innovationspartnerschaft. Merkel und Löfven kündigten an, dass beide Länder nun etwa auch beim Thema künstliche Intelligenz enger zusammenarbeiten werden.

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Bundeskanzlerin eröffnet Hannover Messe

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Die Aussteller der Hannover Messe nehmen künstliche Intelligenz, vernetzte Produktion und den Mobilfunk-Standard G5 in den Fokus. Kanzlerin Merkel eröffnete die Industrieschau. Video (04:03 min)

"Als Europäer gemeinsam handeln"

Viele Aussteller lobten Merkel unterdessen für ihre Eröffnungsrede am Sonntagabend. Darin hatte die Kanzlerin für offene Märkte und freien Handel geworben. "Wir müssen als Europäer gemeinsam handeln, eine gemeinsame Position finden", sagte Merkel. Protektionismus schade allen. Die EU-Kommission werde noch in diesem Jahr Vorschläge machen, wie auf internationale Wettbewerbsverzerrungen, aber auch die Digitalwirtschaft zu reagieren sei. Der Staat solle zwar niemals denken, er sei der bessere Unternehmer. "Aber wir erleben, dass sich die Spielregeln verändern, und deshalb brauchen wir Antworten auf verschiedene Fragen." Das könnten keine nationalen Alleingänge sein.

Partnerland Schweden will industriellen Schulterschluss

Schwedens Ministerpräsident Löfven plädierte in seiner Rede für den industriellen Schulterschluss zwischen Deutschland und seinem Land. "Wir können eine Menge voneinander lernen." Um beim technologischen Wandel vorne mit dabei zu sein, müssten alle gesellschaftlichen Akteure zusammenarbeiten. Nicht der Wandel, sondern der Stillstand sei gefährlich: "Es ist Zeit zu staunen und zu verstehen, dass es immer noch so unendlich viel zu lernen gibt", sagte er in Hannover.

Industrie der Zukunft: Hannover Messe eröffnet

Branchenverband: Luft zum Atmen statt Abschottung

Ein Plädoyer für eine europäische Erneuerung hielt auch der Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI), Michael Ziesemer. Die EU werde sich verändern müssen, wolle sie weiter Gewicht haben. "Hier sind wir alle gefordert, auch die Industrie." Europa müsse als Industriestandort weiterentwickelt werden. Die Industrie benötige keine Abschottung, sondern Luft zum Atmen. China sei für sie mehr Chance als Gefahr. "Aber wir brauchen auch gleiche Regeln für alle", sagte Ziesemer weiter. Die Messe sei auch ein Seismograf für das technische und gesellschaftliche Umfeld, meinte er mit Blick auf die Diskussionen und Job-Ängste rund um das Thema.

Ministerpräsident: "Einzigartige Phase der Wirtschaftsgeschichte"

"Die Hannover Messe 2019 zeigt, dass wir schon wieder das nächste Kapitel aufschlagen", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). In einer einzigartigen Phase der Wirtschaftsgeschichte vermittle die Messe eine Vorstellung der Massenproduktion von morgen, die zunehmend Platz für Sonderanfertigung nach individuellen Kundenwünschen lässt. "Auch für die Politik ist es eine maximal anspruchsvolle Zeit", meinte der SPD-Politiker mit Blick auf die grundlegenden Veränderungen, die die Industrie 4.0 auch für die Arbeitswelt mit sich bringe.

Veranstalter erwarten 200.000 Besucher

Rund 200.000 Besucher werden im Lauf der Woche zur Hannover Messe erwartet. 6.500 Aussteller aus 75 Ländern zeigen ihre Innovationen. Auf der Industrieschau geht es dieses Jahr um Zukunftsthemen wie künstliche Intelligenz, Echtzeitdaten, voll vernetzte Industrie und das autonome Fahren, dessen Basis der neue Mobilfunkstandard 5G ist. Höhepunkte sind unter anderem die 5G-Arena, in der zu sehen sein soll, wie der ultraschnelle Mobilfunkstandard in Fabriken genutzt werden kann. Auf dem Messegelände werden aber nicht nur Innovationen und neue Produkte präsentiert. In zahlreichen Veranstaltungen beschäftigen sich Experten zum Beispiel mit der Frage, wie der digitale Wandel den Arbeitsalltag verändert.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 01.04.2019 | 19:30 Uhr

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