Getöteter Junge in Wunstorf: Haftbefehl gegen 14-Jährigen

Stand: 26.01.2023 19:52 Uhr

Im Fall des toten 14-jährigen Jungen aus Wunstorf bei Hannover ist Haftbefehl wegen dringenden Mordverdachts gegen den gleichaltrigen Tatverdächtigen erlassen worden. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Die Untersuchungshaft für den 14-jährigen Tatverdächtigen hatte zuvor die Staatsanwaltschaft Hannover beantragt. Der Jugendliche sei daraufhin der dafür zuständigen Jugendrichterin beim Amtsgericht Neustadt am Rübenberge vorgeführt worden, sagte Can Türkay von der Staatsanwaltschaft Hannover am Donnerstag. Das Mordmerkmal der Heimtücke werde - wie beantragt - gesehen. "Der 14-Jährige war arg- und wehrlos", erläuterte Türkay. Der Tatverdächtige sei in die Jugendanstalt Hameln gebracht worden. Mord kann nach dem Jugendstrafrecht mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren geahndet werden. Am Vortag war noch wegen Totschlags gegen den 14 -Jährigen ermittelt worden. Ein erstes Obduktionsergebnis steht weiterhin aus.

Trauer und Entsetzen an der Schule der beiden Beteiligten

Beide Jugendlichen - das Opfer und der mutmaßliche Täter - waren Schüler an der Evangelischen IGS in Wunstorf. Dort herrscht unter Mitschülern und Lehrkräften Entsetzen. Am Freitag soll es eine nicht öffentliche Andacht geben. Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte und alle Mitarbeitenden seien fassungslos und unendlich traurig, sagte Schuldirektorin Elke Rothämel laut einer Mitteilung vom Mittwoch. Für die Kinder und Jugendlichen gebe es Gesprächsmöglichkeiten und Rückzugsräume. Dafür seien Schul- und Notfallseelsorgerinnen vor Ort. Hannovers Landesbischof Ralf Meister drückte sein Mitgefühl aus: "Meine Gedanken und Gebete sind bei der Familie des getöteten Jugendlichen und bei der Schulgemeinschaft der Evangelischen IGS."

VIDEO: Getöteter 14-Jähriger: Trauer und Entsetzen an der Schule (1 Min)

Opfer aus Wunstorf und mutmaßlicher Täter kannten sich

Den Behörden zufolge war das Opfer am Dienstagabend nicht von einer Verabredung nach Hause gekommen. Gegen 18.45 Uhr meldete der Vater den Jugendlichen als vermisst. Die Polizei startete mit Kräften von Feuerwehr und Rettungsdiensten umfangreiche Suchmaßnahmen. Die Einsatzkräfte setzten unter anderem Personenspürhunde und einen Polizeihubschrauber ein. Im Zuge der Ermittlungen gab der gleichaltrige Bekannte an, den 14-Jährigen getötet und versteckt zu haben. Daraufhin weiteten die Ermittler die Suche im Bereich des Luther Forstes aus. Einsatzkräfte entdeckten den leblosen Körper des 14-Jährigen schließlich am Mittwochvormittag auf einem Brachgelände in Blumenau.

Spekulationen über die Tatwaffe

Aus Ermittlerkreisen heißt es, der Verdächtige soll die Tat über mehrere Monate geplant haben. Als Tatwaffe soll er einen Stein genutzt haben. Eine Bestätigung für diesen Hergang wollte die Polizei bislang nicht geben.

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Hallo Niedersachsen | 26.01.2023 | 19:30 Uhr

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