Stand: 21.07.2020 14:30 Uhr

Gestresster Wald: Förster rufen zu Rücksicht auf

Revierförster Martin Bodenstab auf einem von Mountainbikern selbst angelegten Trail im Wald © NDR Foto: W. Purk
Viele Mountainbiker fahren abseits der großen Wege, wie Revierförster Martin Bodenstab zeigt.

Dieser Sommer ist speziell. Wegen der Corona-Pandemie verbringen viele Menschen ihren Urlaub in Deutschland oder bleiben in den Ferien zu Hause. Wandern und Radfahren stehen daher gerade hoch im Kurs - zum Beispiel in den niedersächsischen Wäldern. Im Deister, im Harz, im Solling oder rund um den Bückeberg im Schaumburger Land. Doch die Wälder leiden ohnehin schon unter den Folgen der beiden vergangenen trockenen Sommer und unter dem Borkenkäfer, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Die zusätzlichen Besucher bedeuteten nun zum Teil auch zusätzlichen Stress. Daher appellieren Förster und Naturschützer - etwa im Schaumburger Land - an die Besucher, Rücksicht zu nehmen.

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Wild verliert Ruheräume

Waldbesucher sollten unbedingt auf den Wegen bleiben, so Kreisforstamtsleiter Lothar Seidel. Dies gelte vor allem auch für die Mountainbike-Fahrer, die in jüngster Zeit immer zahlreicher in den Wäldern unterwegs seien. Jeder Einzelne könne einen Beitrag leisten, wenn er sich achtsam verhalte. Die Ruheräume für das Wild würden ohnehin immer kleiner, so Seidel. Wegen der Dürre und des Borkenkäfers mussten viele Bäume gefällt werden: Daher seien derzeit zudem viele Waldarbeiter unterwegs.

Mehr Müll abgeladen

In der Vergangenheit sind allerdings auch Cross-Motorräder im Wald gesehen worden, wie Seidel berichtet. Diese seien dort verboten. Zudem sei vermehrt Müll abgeladen worden, als die Wertstoffhöfe coronabedingt geschlossen waren. Grundsätzlich sei das Interesse an der Natur aber begrüßenswert, heißt es. Jeder sei willkommen, der respektvoll mit der Natur umgehe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 21.07.2020 | 06:30 Uhr

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