Stand: 14.02.2019 18:57 Uhr

#FridaysForFuture: Aktivisten zu Gast bei Weil

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Ministerpräsident Weil hat die #FridaysForFuture-Aktivisten Kaja Schwab, Daniel Braun, Anna Kraeft und Lou Franka Töllner (v.l.) getroffen.

Freitag für Freitag tauschen Schüler auch in Niedersachsen das Klassenzimmer gegen die Straße ein. Unter dem Motto #FridaysForFuture demonstrieren sie unter anderem in Hannover für mehr Engagement beim Kampf gegen den Klimawandel. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat am Donnerstag vier der jungen Aktivisten in der Staatskanzlei empfangen.

Weil: "Das Anliegen ist ausdrücklich berechtigt"

Er könne die Schüler und ihren Protest gut verstehen, sagte Weil - auch die Forderung an Politiker, mehr für den Klimaschutz zu tun. Deshalb sei ihm der Termin wichtig gewesen. "Da dieses Anliegen ausdrücklich berechtigt ist und ich auch die Ausdrucksform gut nachvollziehen kann, wollte ich gerne einige der Organisatorinnen und Organisatoren kennenlernen", sagte der Ministerpräsident.

Lob für "konstruktives" Gespräch - und Kritik

Das Treffen dauerte dann deutlich länger als geplant, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Und es habe sich gelohnt, sagte die 17-jährige Lou Franka Töllner: Das Gespräch sei "sehr konstruktiv" und interessant gewesen. Es sei Aufgabe der Politik, Lösungen zu finden, damit die Klima-Belastung abnehme, sagte der 18-jährige Daniel Braun, der sich noch mehr von seinem Gesprächspartner gewünscht hätte: "Leider haben wir von Herrn Weil wenig konkrete Vorschläge für Lösungen in Niedersachsen gehört."

Immer wieder freitags: Schüler streiken erneut

Aktivisten setzen große Hoffnung in Weil

"Wir hoffen jetzt natürlich, dass unsere Forderungen und Wünsche in Zukunft schnell umgesetzt werden", so Lou Franka Töllner. Das Treffen mit einem derart hochrangigen Politiker sehen die Schüler schon mal als Anfang - und ihre Bewegung sehen sie noch längst nicht am Ende. Selbstbewusst fordern sie einen schnelleren Kohle-Ausstieg. 2038 "ist für uns einfach zu spät", erklärte die 17-Jährige, "da sehen wir eine große Bedrohung für unsere Generation, für junge Menschen." In diesem und in weiteren Bereichen hofften die Schüler, "mit Herrn Weil zusammenarbeiten zu können, beziehungsweise, dass er in der Politik etwas bewegen kann". Bis diese Bewegung nicht deutlich zu erkennen ist, die Politik sich also aus Sicht der Aktivisten ausreichend für den Klimaschutz einsetzt, sollen die #FridaysForFuture-Demonstrationen weitergehen. An diesem Freitag zum Beispiel in Celle, Osnabrück, Braunschweig und Hannover.

Zustimmung, aber kein Aufruf zum Schwänzen

Für die Landesregierung sind die Demonstrationen derweil nicht ganz unproblematisch. Zwar gibt es Lob vom Ministerpräsidenten und auch von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD), der betonte: "Wir wollen kritische Schülerinnen und Schüler, die sich mit gesellschaftlichen Fragen beschäftigen." Die meisten Klima-Demos finden allerdings am Vormittag während der Schulzeit statt. Die Landesregierung kann und will nicht zum Schwänzen aufrufen. Die Entscheidung, was mit fehlenden Schülern passiert, gibt sie daher weiter: Wie die Schulen damit umgehen, sollen die Lehrer und Schulleiter vor Ort entscheiden, hieß es aus dem Kultusministerium.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Funkbilder | 14.02.2019 | 16:00 Uhr

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