Ein Spürhund wird mit Geruchsproben zur Erkennung von Covid-Infizierten trainiert. © picture alliance/dpa Foto: Michael Matthey

Forschungskonzert mit Fury: Corona-Spürhunde schlagen an

Stand: 20.09.2021 20:30 Uhr

Können speziell ausgebildete Hunde Großveranstaltungen sicherer vor Corona-Ausbrüchen machen? Am Sonntag waren Spürhunde erstmals bei einem Konzert in Hannover im Einsatz - offenbar mit Erfolg.

Nach dem ersten Versuch bei dem Konzert der Band Fury in the Slaughterhouse hat die Tierärztliche Hochschule (TiHo) einen Zwischenstand bekannt gegeben. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten Testpersonen mit positiven Proben unter das Publikum gemischt: Die Hunde hätten alle positiven Proben erkannt, sagte eine Sprecherin der TiHo am Montag. Die Testpersonen standen wie alle anderen in der Schlange und gaben Wattepads mit einer Schweißprobe in einen Behälter. Dabei handelte es sich um positive, aber inaktive Viren, erklärte die TiHo. Die sechs eingesetzten Spürhunde hätten diese präparierten Proben zu 100 Prozent herausgefunden. In einem nächsten Schritt sollen die zusätzlichen Abstriche aller 500 Konzertbesuchenden mit einem PCR-Test überprüft werden. Erst dann werde sich herausstellen, ob den Hunden doch ein positiver Gast durchgerutscht ist, sagte die TiHo-Sprecherin.

Kostenlose Tickets für Bosse-Konzert

Insgesamt sind im Rahmen des Forschungsprojekts von TiHo, AWiAS Aviation Services und Veranstaltenden vier Konzerte geplant. Am Montagabend wurden auf der Website von "Back to Culture" ab 20 Uhr 800 kostenlose Tickets für das nächste Konzert der Reihe am 27. September vergeben. Dann spielt der Musiker Bosse. Darauf folgen noch zwei Veranstaltungen mit Alle Farben und Sido, wie das niedersächsische Wissenschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. Bei dem letzten Konzert sind demnach bis zu 1.500 Besuchende zugelassen. Sie sollen ohne Maske und Abstand miteinander feiern dürfen.

Minister Thümler: "Weltweit Interesse an Projekt"

"Wir freuen uns, bei der Studie dabei zu sein und hoffen, dass sie ein wegweisender Schritt für die Kulturbranche sein wird", sagte Hannover-Concerts-Geschäftsführer Nico Röger bei der Präsentation des Forschungsprojekts am Donnerstag. Ziel sei es, herauszufinden, ob der Einsatz der Hunde eine Option sein kann, so Wissenschaftsminister Björn Thümler. "Es gibt weltweit Interesse an dem Projekt", betonte der CDU-Politiker.

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Trefferquote von mehr als 90 Prozent

Im Sommer vergangenen Jahres hatte ein Forscherteam unter Leitung der TiHo eine Studie veröffentlicht, für die Spürhunde der Bundeswehr auf das Coronavirus trainiert worden waren. Dabei seien mehr als 90 Prozent von mehr als 5.000 vorgelegten Proben von den Vierbeinern korrekt identifiziert worden, hieß es darin. "Für medizinische Spürhunde scheinen alle getesteten Körperflüssigkeiten in ähnlicher Weise geeignet zu sein, um Sars-CoV-2-Infizierte zuverlässig zu erkennen", so die Forschenden. Insgesamt gebe es weltweit 26 Studien, die ergeben hätten, dass Hunde Corona-Infektionen erschnüffeln könnten.

Das Wissenschaftsministerium fördert das Projekt "Back to Culture" mit 1,3 Millionen Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.09.2021 | 09:00 Uhr

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