Polizisten am Fundort einer Leiche in Bemerode © NDR

Ehemann aus Angst erstochen: 47-Jährige freigesprochen

Stand: 06.05.2021 13:19 Uhr

Im Oktober 2020 wurde in einem Haus in Hannover-Bemerode ein Mann erstochen. Seine Ehefrau gestand die Tat. Am Donnerstag wurde sie vom Landgericht Hannover freigesprochen.

"Wir können nicht widerlegen, dass Sie ihn aus Notwehr getötet haben", sagte der Vorsitzende Richter am Donnerstag in der Urteilsbegründung. Das Gericht habe sich schwergetan - freigesprochen sei die Frau aus Mangel an Beweisen. Die 47-Jährige hatte im Prozess angegeben, aus Angst um ihr Leben gehandelt zu haben. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung hatten daraufhin auf Freispruch plädiert.

Ehemann unabsichtlich mit Messer verletzt

Zum Prozessauftakt hatte der Verteidiger erklärt, die Frau habe sich gegen ihren betrunkenen Mann gewehrt, der ihren Kopf gegen die Wand gedrückt und seinen Unterarm gegen ihren Hals gepresst habe. Sie habe ein Messer aufgehoben, ihren Mann bedroht und ihn dabei verletzt ohne es zu bemerken. "Ich wollte meinen Ehemann nicht töten", heißt es in der Erklärung der Frau. Die Anklage hatte ihr zunächst vorgeworfen, ihren Mann nach einem Streit mit einem 15 Zentimeter langen Messer erstochen haben, als er schlief.

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Polizisten am Fundort einer Leiche in Bemerode © NDR

Mordprozess: Ehefrau gesteht tödliche Messerstiche

Die 47 Jahre alte Angeklagte bestritt zum Prozessauftakt am Landgericht Hannover aber, dass sie ihren Mann töten wollte. (25.03.2021) mehr

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 06.05.2021 | 15:00 Uhr

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