Nikolai Setzer, Mitglied des Vorstandes, Continantal AG, spricht während eines Interviews. © dpa Foto: Peter Steffen

Continental sieht sich im Software-Geschäft fest im Sattel

Stand: 09.10.2021 15:55 Uhr

Derzeit bereitet der Mangel an Computer-Chips vielen Autoherstellern Probleme. Autozulieferer Continental aus Hannover hat angekündigt, seine Software-Pläne weiter auszubauen.

Continental sieht große Chancen in der eigenen Software-Entwicklung, trotz der ehrgeizigen Digitalpläne seiner Kunden. "Die Komplexität von Softwareinhalten wird weiter exponentiell zunehmen", sagte Vorstandschef Nikolai Setzer. Der Markt sei groß genug für mehrere Zulieferer und Autobauer.

Software-Entwickler statt Teilelieferant

Das Unternehmen will sich in den kommenden Jahren deutlich stärker vom Teilelieferanten zum Software- und Elektronik-Entwickler für die Autoindustrie entwickeln. Das bedeutet auch, dass bis zum Ende des Jahrzehnts Tausende Jobs in angestammten Feldern wegfallen werden, in anderen Bereichen wie der Software-Sparte sollen dagegen neue Stellen entstehen. Nach Ansicht einiger Manager in der Branche wird der Bereich in den nächsten Jahren vor allem durch den Einsatz von Assistenzsystemen stark wachsen.

Setzer sieht Continental als großen Abnehmer im Vorteil

Aufgrund der aktuellen Chip-Knappheit suchen manche Autobauer einen direkten Draht zu den Produzenten. Für Setzer kein großes Problem: "Dass Autohersteller mit dem einen oder anderen Halbleiterhersteller enger zusammenarbeiten, gibt es ja auch heute schon - zum Beispiel rund um den elektrischen Antrieb", sage Setzer. Es sei die Tendenz zu spüren, dass sich einige Hersteller dadurch auch abzuheben versuchten. Bei VW ist zum Beispiel ein eigenes Chipdesign für das autonome Fahren im Gespräch. "Ein Vorteil ist aber, dass wir als großer Abnehmer von Halbleitern über eine hohe Marktabdeckung verfügen", so Setzer. Die verfügbaren Kapazitäten könnten so effizienter ausbalanciert werden.

Weitere Informationen
Ein Stop-Schild steht vor dem VW-Werk in Salzgitter. © picture alliance Foto: Rainer Jensen

Bremst Mikrochip-Krise VW und Continental bis 2023 aus?

Conti-Chef Setzer rechnet bis mindestens 2022 mit Engpässen. Bei VW können 240.000 Golf und Tiguan nicht gebaut werden.(05.10.2021) mehr

Continental-Mitarbeiter gehen durch das Continental-Werk, im Vordergrund ist das Continental-Logo zu sehen. © picture alliance/dpa Foto: Julian Stratenschulte

Continental baut Konzern um und stärkt das Software-Geschäft

Der Fokus liegt unter anderem auf Sicherheitstechnik, autonomem Fahren und Vernetzung. Dabei entstehen neue Jobs. (30.09.2021) mehr

Die IG Metall demonstriert in Warnwesten und mit Spruchbändern gegen den Stellenabbau bei Continental. © dpa Bildfunk Foto: Peter Steffen

Conti: Zwei Schließungen - 5.000 Stellen gestrichen

Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Continental plant einen massiven Stellenabbau und schließt mehrere Werke. Mitarbeiter demonstrierten vor der Firmenzentrale in Hannover. (20.11.2019) mehr

Historisches Werbeplakat der Continental AG aus der langen Unternehmensgeschichte seit 1871 © NDR/Continental/Mario Töpfer

Continental: Am Anfang war die Kutsche

Vom Gummireifen zum selbstfahrenden Auto: Continental aus Hannover hat sich in 150 Jahren zum Hightech-Konzern entwickelt. mehr

Mehr Nachrichten aus der Region

Ein Mann zeigt auf die zum Naturschutzgebiet Totes Moor gehörende Wasserfläche am Steinhuder Meer. © picture alliance Foto: Julian Stratenschulte

Wer darf was am Steinhuder Meer: OVG-Urteil am Mittwoch?

Anbieter von Ballonfahrten, ein Yachtclub und ein Landbesitzer wollen das unter Naturschutz stehende Tote Moor nutzen. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen