Stand: 24.04.2020 20:27 Uhr

15-Jähriger getötet: Verdächtiger in Psychiatrie

Auf einem Straßenschild in Celle steht "Bahnhofstraße", im Hintergrund ist ein Einsatzfahrzeug der Polizei zu sehen. © dpa - Bildfunk Foto: Ole Spata
Der Tatverdächtige hat gestanden, auf der Bahnhofstraße einen Jugendlichen mit dem Messer angegriffen zu haben.

Nach der tödlichen Messerattacke auf einen 15-Jährigen in Celle ist der mutmaßliche Täter aufgrund eines vorläufigen psychiatrischen Gutachtens am Freitag in eine psychiatrische Klinik gebracht worden. Der Haftbefehl sei in einen vorläufigen Unterbringungsbefehl umgewandelt worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Zuvor hatte der 29-Jährige die Tat laut Staatsanwaltschaft gestanden. Er habe ausgesagt, nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes vermehrt Drogen genommen zu haben. Als Folge davon habe er sich zunehmend bedroht und verfolgt gefühlt - so auch in dem Moment, als er den Jugendlichen mit einem Messer angriff.

Tatverdächtiger streitet rechtsextremes Motiv ab

Der mutmaßliche Täter habe das Opfer nicht gekannt. Ein ausländerfeindliches oder rechtsextremes Motiv bestreite er, teilte die Behörde weiter mit. Ermittler hatten bereits vorher nach eigenen Angaben keine Anhaltspunkte für eine rassistische Tat gesehen - aus Sicht jesidischer Vereine und Gruppierungen wie dem Netzwerk "Südheide gegen Rechtsextremismus" wurde diesem möglichen Motiv nicht ausreichend nachgegangen. Das Opfer war jesidischer Kurde und stammte aus dem Irak, der Tatverdächtige ist Deutscher.

Plötzlich attackiert

Am Abend des 7. April war der 15-Jährige mit dem Rad auf der Bahnhofstraße gefahren. Zeugen zufolge hatte sich der 29-Jährige in einem Hauseingang aufgehalten und griff den Jugendlichen dann plötzlich an. Der Junge war mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden und dort gestorben.

Weitere Informationen
Neben einer Bushaltestelle am Bahnhof Celle ist eine Person auf einem Fahrrad zu sehen. © dpa - Bildfunk Foto: Ole Spata

Tötung in Celle: Suche nach Motiv geht weiter

Der 29-Jährige, der in Celle einen 15-Jährigen erstochen haben soll, schweigt zum Motiv. Recherchen in sozialen Medien zufolge könnte es einen rassistischen Grund für die Tat geben. mehr

Ein Verdächtiger wird in Handschellen abgeführt. © dpa - Bildfunk Foto: Marcus Brandt

Getöteter Jugendlicher: 29-Jähriger in U-Haft

Nach dem gewaltsamen Tod eines 15-jährigen Radfahrers in Celle sitzt der Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 29 Jahre alten Mann Totschlag vor. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 23.04.2020 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

An einem geschlossenen Geschäft weist ein Schild auf die Maskenpflicht hin. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt/dpa

Corona: Neue Verordnung tritt heute in Kraft

Die Regelungen sehen etwa eine strengere Maskenpflicht sowie Sperrzeiten in Orten mit vielen Neuinfektionen vor mehr

Auf einem Diplay eines Polizeiwagen steht Unfall, Blaulichter leuchten.

Rinteln: Auto gerät nach Kollision mit Baum in Brand

Die drei Insassen des Pkw konnten sich aus dem Fahrzeug selbst befreien. Der 18-jährige Fahrer kam ins Krankenhaus. mehr

Wappen der Polizei Niedersachsen © Picture Alliance/dpa Foto: Wolfgang Langenstrassen

Wangenküsschen beim Friseur: Polizei schließt Geschäfte

Bei mehreren Bars und Friseuren fehlte es an Hygienekonzepten. Auch die Abstandsregel wurde teils ignoriert. mehr

Ein Schlosser baut ein neues Schloss an einer Wohnungstür ein. © Imago Foto: Götz Schleser

Wucherpreise: Gericht verurteilt Schlüsseldienst-Mitarbeiter

Der Mann hatte 1.800 Euro dafür verlangt, eine Frau aus ihrem Badezimmer zu befreien. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen