Zwei Polizisten stehen hinter einer Polizeiabsperrung.

15-Jährigen in Celle getötet: Täter kommt in die Psychiatrie

Stand: 21.10.2020 19:39 Uhr

Ein 30-Jähriger kommt in die Psychiatrie, weil er im April in Celle einen 15-Jährigen erstochen hat. Der Angeklagte leide an paranoider Schizophrenie und stelle laut Gericht eine Gefahr dar.

Das Landgericht Lüneburg verurteilte den Beschuldigten am Mittwoch wegen vorsätzlicher Tötung nach einem Krankheitsschub. Der 30-Jährige habe sich am Tatabend in einem extremen paranoiden Verfolgungswahn befunden, sagte der Vorsitzende Richter in seinem Urteilsspruch. Deshalb könne nicht ausgeschlossen werden, dass er zum damaligen Zeitpunkt vermindert schuldfähig gewesen sei, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

Psychiatrie-Aufenthalt könne lebenslang sein

Der Angeklagte hatte bereits zum Auftakt des Sicherungsverfahrens zugegeben, auf den 15-jährigen Radfahrer eingestochen zu haben. Er habe ihn nicht töten wollen, aber Stimmen gehört und sich von dem Jugendlichen verfolgt gefühlt. Die Unterbringung in der Psychiatrie ist zeitlich nicht begrenzt. In regelmäßigen Abständen wird dem Gericht zufolge überprüft, ob eine Therapie anschlägt. Wenn dies nicht der Fall ist, kann das eine lebenslange Unterbringung bedeuten. Eine Revision gegen das Urteil ist möglich.

Täter hat offenbar kein rassistisches Motiv

Rassistische Motive sah das Gericht beim Angeklagten nicht. Da der Getötete jesidischer Kurde war, hatten mehrere Gruppierungen wie jesidische Vereine, der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, einen möglichen rassistischen Hintergrund kleinzureden. Psychische Erkrankungen seien kein Widerspruch für ideologische Motive, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Vereine.

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Regional Hannover | 22.10.2020 | 06:30 Uhr

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