Martin Winterkorn verlässt eine Sitzung des Abgas-Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestags. © picture alliance/dpa/Bernd von Jutrczenka Foto: Bernd von Jutrczenka

VW: Winterkorn soll elf Millionen Euro Schadenersatz zahlen

Stand: 02.06.2021 18:00 Uhr

Der ehemalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn soll nach Medienberichten etwa elf Millionen Euro Schadenersatz zahlen - so viel wie noch kein Manager in Deutschland.

Nach dem Diesel-Skandal bei Volkswagen zeichnet sich offenbar eine Einigung zwischen dem Konzern und seinem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden ab. Nach Medienberichten soll Winterkorn rund elf Millionen Euro Schadenersatz zahlen. Zuerst hatte das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" über den Fall berichtet.

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Im April forderte VW noch eine Milliarde Euro

Der Vergleich zwischen Volkswagen und Winterkorn ist allerdings noch nicht ganz in trockenen Tüchern. Voraussichtlich wird der Aufsichtsrat am kommenden Wochenende darüber abstimmen. Erst im März hatte Volkswagen nach jahrelangen Untersuchungen festgestellt, dass Winterkorn im Diesel-Skandal fahrlässig gegen Pflichten verstoßen haben soll. Der Konzern forderte daraufhin eine Milliarde Euro Schadenersatz.

Winterkorn will von nichts gewusst haben

Winterkorn bestreitet seit Jahren, vom Diesel-Skandal gewusst zu haben. Die bevorstehende Einigung auf elf Millionen Euro ist also ein Kompromiss der Anwälte, der für beide Seiten Vorteile hat: Winterkorn kann sich die Summe leisten und vermeidet ein Gerichtsverfahren. Der VW-Konzern kann sich eine deutlich größere Summe - nämlich bis zu 300 Millionen Euro - über eine sogenannte Manager-Haftpflichtversicherung holen - und außerdem einen Schlussstrich unter das unliebsame Kapitel Diesel-Skandal ziehen.

Zahlen müssen - neben Winterkorn - wahrscheinlich auch fünf weitere ehemalige Manager aus dem VW-Konzern - darunter Ex-Audi-Chef Rupert Stadler.

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.06.2021 | 17:00 Uhr

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