Stand: 20.03.2018 14:47 Uhr

VW: Betrug auch bei CO2-Werten?

Nach der Razzia Mitte November hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig erneut zahlreiche Büros in der Konzernzentrale von Volkswagen in Wolfsburg durchsucht. Anfang März seien 13 Büros durchsucht und dabei Unterlagen und größere Datenmengen beschlagnahmt worden, teilte ein Sprecher der Behörde mit. In dem neuen Fall geht es um einen möglichen Betrug bei Verbrauchs- und CO2-Werten. Die Ermittlungsbehörde hat ein Verfahren gegen Unbekannt wegen des Anfangsverdachts der Marktmanipulation eingeleitet.

Falsche Ad-hoc-Mitteilung verschickt?

Inhaltlich geht es um zwei Mitteilungen des VW-Konzerns aus dem Jahr 2015. In einer ersten börsenrelevanten Meldung hatte Volkswagen Anfang November mitgeteilt, dass der Autobauer selbst Unregelmäßigkeiten bei CO2-Werten und damit auch bei Verbrauchswerten festgestellt habe. Betroffen waren demnach rund 800.000 Autos, bei denen es zu "nicht erklärbaren Werten" bei CO2-Messungen gekommen sei. Die möglichen Risiken schätzte VW damals auf zwei Milliarden Euro. Einen Monat später, im Dezember 2015, teilte Volkswagen dann mit, dass das CO2-Problem vom Tisch sei; die falschen Werte hätten sich nicht bestätigt. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat den Verdacht, dass genau diese Entwarnung "objektiv inhaltlich falsch" war, wie Sprecher Klaus Ziehe sagte. Die Behörde prüfe nun, wer für die Mitteilung verantwortlich war und ob VW sie grob fahrlässig oder bewusst formuliert hat.

VW: Es gab keinen Betrug

Nach Einschätzung des Leiters der Fernseh-Redaktion Landespolitik im NDR Landesfunkhaus, Thorsten Hapke, wäre es für Volkswagen "ein Schlag ins Kontor", sollte sich der Anfangsverdacht bestätigen. Der CO2-Wert sei sehr viel wichtiger beim Kauf eines Autos als die Stickoxid-Werte. "Das heißt, viele Kunden dürften erschreckt sein, wenn es da tatsächlich einen Betrug gegeben haben sollte." Es wäre eine schwere Bürde für den Konzern. Volkswagen hat die Vorwürfe allerdings zurückgewiesen. Man glaube an die Nachmessungen, die unter Aufsicht des Kraftfahrt-Bundesamts erfolgt seien. Man habe bei den Verbrauchswerten nicht betrogen, so der Konzern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.03.2018 | 11:00 Uhr

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