Stand: 03.06.2019 16:26 Uhr

Salzwasser in Rekordmengen: Die Asse läuft voll

Die Asse läuft weiter voll. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) Rekordmengen Wasser gemeldet. Demnach sollen zuletzt im Schnitt rund 12,5 Kubikmeter Salzwasser in den als Atommülllager genutzten Bergwerkschacht gelaufen sein - pro Tag. Seit mehr als 50 Jahren lagern dort in einer Tiefe von mehr als 500 Metern rund 126.000 Fässer mit radioaktivem oder chemischen Material in den Tiefen des Salzbergwerks bei Remlingen im Landkreis Wolfenbüttel, darunter 28 Kilogramm Plutonium. Der Schacht Asse II soll wegen der Gefahr durch das Wasser geräumt und geschlossen werden. Geplant ist die Stilllegung nicht vor 2033. Konkrete Pläne sollen Ende des Jahres stehen. Bisher kostete die Asse den Steuerzahler rund 1,5 Milliarden Euro.

Atommülllager: Nur Ärger mit Asse II

Seit Jahren gibt es Streit um die Lagerstätte. Von Wassereinbrüchen in das marode Bergwerk sollen Behörden bereits drei Jahre vor Inbetriebnahme gewusst haben. Inzwischen hat Asse II rund eineinhalb Milliarden Euro verschlungen - Tendenz steigend. Allein die Stabilisierung der Gänge und Schächte soll bisher 174 Millionen Euro gekostet haben. Es besteht die Gefahr, dass Fässer mit giftigsten Substanzen in dem salzhaltigen Gammelwasser korrodieren. Die Bergwerkstollen Asse I und Asse III sind bereits vor geraumer Zeit geschlossen worden.

Wie marode ist das Salzbergwerk wirklich?

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Asse kostet den Steuerzahler 1,5 Milliarden Euro

1,5 Milliarden Euro Steuergelder sind bis Ende 2018 in die Unterhaltung des maroden Atommülllagers Asse geflossen. 126.000 Fässer mit radioaktiven Abfällen sollen zurückgeholt werden. (18.04.2019) mehr

Schulze: Schacht Konrad ist "der richtige Standort"

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hält am Ausbau des geplanten Atommüllendlagers Schacht Konrad fest. Kritikern sicherte sie eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen zu. (08.02.2019) mehr

Bundesumweltministerin Schulze besucht die Asse

Bundesumweltministerin Schulze (SPD) hat gestern das Atommüllager Asse besucht. Heute schaut sie sich Schacht Konrad an. Bürgerinitiativen kritisieren vorab den Besuch. (08.02.2019) mehr

Asse: Wussten Behörden früher von Wassereinbruch?

Laut Bürgerinitiativen wussten die Behörden schon in den 60er-Jahren, dass in das spätere Atommüllager Asse Wasser eindringt. Das legen Dokumente nah, die jetzt aufgetaucht sind. (29.01.2019) mehr

Atommüll: Mehr Problemfässer als bekannt

Bisher räumte das Umweltministerium die Existenz von sieben Problem-Fässern aus Leese ein. Eigentlich müssen 442 Atomfässer intensiv nachbearbeitet werden, zeigen NDR Recherchen. (15.04.2018) mehr

Asse: Kein Zeitplan - nur enttäuschte Anwohner

Mit einem Kran soll der Atommüll aus der Asse bei Wolfenbüttel geholt werden. 2033 - oder früher? Das sagte die zuständige Bundesgesellschaft am Dienstag nicht. Anwohner sind wütend. (28.03.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 03.06.2019 | 15:30 Uhr

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