Warnschild: "Radioaktiv" © picture-alliance/ dpa Foto: Maurizio Gambarini

Nach Morddrohung: Polizei findet radioaktive Stoffe

Stand: 30.10.2021 09:08 Uhr

Im Fall eines 43-Jährigen, der gedroht haben soll, seinen Chef zu töten, hat die Polizei Waffen und radioaktives Material entdeckt. Der Mann hat einem Bericht zufolge bei Eckert & Ziegler gearbeitet.

Nach entsprechenden Hinweisen habe man mehrere Objekte durchsucht, berichtet die Polizei in Braunschweig. Nach Informationen des NDR in Niedersachsen soll es sich um die Wohnung des Mannes in einem Mehrfamilienhaus in Braunschweig sowie um ein Haus im Landkreis Gifhorn handeln. Neben Waffen und waffenähnlichen Gegenständen stellten die Beamten auch verschiedene Gefahrstoffe mit einer "nicht unerheblichen Gefährlichkeit" sicher. Mittlerweile wurden Experten verschiedener Behörden hinzugezogen - sie sollen die Beweismittel bergen, sichten und analysieren. Man habe mit der Aktion Schlimmeres verhindern können, so die Polizei.

Arbeitgeber soll Eckert & Ziegler sein

Wie die "Braunschweiger Zeitung" berichtet, handelt es sich beim Arbeitgeber des Mannes um das Strahlen- und Medizintechnik-Unternehmen Eckert & Ziegler. Wie das Unternehmen der Zeitung mitteilte, wurde der Mitarbeiter vom früheren Betreiber des Standorts übernommen. Dies sei vor 2009 gewesen. Damals seien dort unter anderem sogenannte Dosierquellen hergestellt worden. Eine solche Dosierquelle hätten die Ermittler in der Wohnung des Mannes gefunden. Dosierquellen haben laut Eckert & Ziegler eine geringfügige Strahlung, mit der Geigerzähler kalibriert werden. "Diese Produktion ist aber eingestellt und wurde von Eckert & Ziegler nie betrieben", so die Firma dem Bericht zufolge. Der Mitarbeiter habe die Dosierquelle vermutlich 2007 gestohlen. Der Verlust sei damals bemerkt und dem Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig gemeldet worden.

Ministerium: Keine Gefährdung der Bevölkerung

Das niedersächsische Umweltministerium meldete, dass es sich bei einzelnen Funden um radioaktive Stoffe und "potentiell kontaminierte Gegenstände" handele. Das habe eine erste Auswertung von Strahlenschutz-Fachleuten des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ergeben. Die radioaktiven Stoffe seien sichergestellt und zur weiteren Untersuchung in das Strahlenschutzlabor des NLWKN in Hildesheim gebracht worden. Ergebnisse werden Anfang kommender Woche erwartet, wie ein Sprecher des Umweltministeriums dem NDR sagte. Eine Gefährdung der Bevölkerung und der Umwelt habe zu keinem Zeitpunkt bestanden.

Wegen Kündigung: Mann drohte, seinen Chef zu töten

Der 43-Jährige Braunschweiger, zu dem die Stoffe gehören könnten, hatte am Dienstagabend damit gedroht, seinen Vorgesetzten in einem Personalgespräch töten zu wollen. In dem Gespräch sollte es um seine Kündigung gehen. Als seine Kollegen die Drohungen mitbekamen, sollen sie die Einsatzkräfte verständigt haben. Die Polizei traf den Mann in seiner Wohnung an und nahm ihn in Gewahrsam. Bereits dort fanden die Beamten legale Schusswaffen, Munition und diverse Chemikalien. Die Bewohnenden des durchsuchten Mehrfamilienhauses waren vorsorglich evakuiert worden. Der Mann wurde inzwischen in eine psychiatrische Einrichtung gebracht.

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