Stand: 15.05.2017 14:49 Uhr

Keine Windkraftanlagen bei Jühnde

Bei Jühnde im Landkreis Göttingen werden vorerst keine Windkraftanlagen gebaut. Das Verwaltungsgericht Göttingen hat den Antrag einer Windenergiefirma abgelehnt, die sofort vier Anlagen bauen wollte. Der Landkreis Göttingen hatte zwar eine Baugenehmigung erteilt, allerdings mit der Auflage, dass die Firma wegen einer möglichen Gefährdung des Rotmilans eine sogenannte Ablenkfläche errichtet, die die Greifvögel anzieht und von den Windkraftanlagen fernhält. Dagegen hatte das Unternehmen geklagt und die sofortige Vollziehung der Genehmigung gefordert.

Eine Luftaufnahme zweier Windräder in einem Rapsfeld. © fotolia / Tim Siegert batcam Fotograf: Tim Siegert

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Widerspruch gegen Auflagen

Der Landkreis Göttingen hatte den Bau und Betrieb der Anlagen im Oktober 2016 genehmigt - allerdings mit Auflagen. So sollte eine mehr als 14 Hektar große Fläche geschaffen werden, die die Rotmilane von den mehr als 200 Meter hohen Windenergieanlagen ablenkt, um das Risiko zu reduzieren, dass die Tiere durch die Rotoren getötet werden. Sowohl der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen als auch die Betreiberfirma legten Widerspruch ein. Das Unternehmen bestreitet, dass die Greifvögel in Gefahr sind. Über die Widersprüche und den Antrag, mit dem Bau direkt zu beginnen, hat der Landkreis bislang nicht entschieden. Daher zog die Firma vor das Verwaltungsgericht. Dieses hält den Antrag aber für unzulässig.

Auflagen und Baugenehmigung können nicht getrennt werden

Die Betreiber könnten nicht einerseits gegen die Auflagen der Baugenehmigung vorgehen und gleichzeitig das Recht zur sofortigen Errichtung der Windenergieanlagen vor Gericht erstreiten, so das Verwaltungsgericht. Zwar seien sie durch den eingelegten Widerspruch erst einmal nicht verpflichtet, die entsprechenden Flächen einzurichten, das führe aber nicht dazu, dass sie Baugenehmigung ohne diese Verpflichtung sofort umsetzen können. Der Landkreis hätte die Genehmigung ohne diese Auflagen sehr wahrscheinlich nicht erteilt. Die Betreiberfirma kann gegen die Entscheidung innerhalb der kommenden zwei Wochen Beschwerde einlegen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 15.05.2017 | 14:30 Uhr

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