Stand: 03.08.2016 16:57 Uhr

Fischsaurier-Fund: Vier Flossen für die Forschung

Irgendwo am Rande eines Waldes bei Braunschweig, versteckt zwischen einem Netz aus labyrinthartigen Feldwegen, zwischen Wiesen und Baumgruppen liegt eine Fundstelle. Dort, am Geopunkt Jurameer bei Schandelah im Landkreis Wolfenbüttel, haben Grabungsleiter Ralf Kosma und sein Team vor wenigen Wochen eine ganz besondere Entdeckung gemacht: In wenigen Metern Tiefe, eingebettet zwischen Schiefergesteinplatten, stießen sie auf einen versteinerten Fischsaurier - einen Ichthyosaurier.

"Einer der schönsten Funde"

Diese Saurier lebten vor rund 180 Millionen Jahren. Damals, während der Erdzeitalter Jura, Trias und der Kreidezeit, durchkreuzten die drei Meter langen Reptilien die riesigen Urmeere, die einst die Erde bedeckten. Noch lange vor den Dinosauriern starben sie aus. Zwar haben die Forscher in Schandelah bereits im vergangenen Jahr einen Fischsaurier gefunden, doch das nun in sorgsamer Arbeit freigelegte Exemplar nennen die Forscher "einen ihrer bislang schönsten Funde", so Kosma.

Vier Paddel: "Das ist schon außergewöhnlich"

"Das Skelett lag relativ flach gedrückt, mehr oder weniger auf dem Rücken liegend, mit ausgebreiteten Paddeln. Es ist annähernd vollständig und das ist natürlich eine tolle Sache", sagt Kosma. In der Regel finde man zwei Paddel, also ein Vorder- und ein Hinterpaddel. Dieser Fischsaurier aber habe alle vier Extremitäten. "Das ist schon ungewöhnlich."

Fischsaurier-Fossil bei Braunschweig gefunden

Aus dem Gestein in die Ausstellung

Die Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse über Lebensgewohnheiten des urzeitlichen Jägers. In einem komplizierten Verfahren lösten die Forscher den Fischsaurier aus dem Steinbruch heraus: Erst habe das Skelett stabilisiert werden müssen, also wurde es mit Injektionsharz gehärtet. Anschließend kamen mehrere Lagen aus Kohlefasermatten und Kunstharz darüber. Verstärkt mit einem Holzgerüst wurde anschließend die ganze Platte herausgesägt. In der Werkstatt des Naturhistorischen Museums Braunschweig ist nun das ganze Ausmaß des Tieres zu sehen: Die Wirbel des Rückgrates und des langen Schwanzes sind deutlich zu erkennen, ebenso der schmale Schädel mit dem schnabelartigen Maul mit vielen kleinen Zähnchen darin.

Rund drei Monate, so schätzt Präparator Sebastian Radecker, wird es dauern, ehe der Fischsaurier vollständig aufbereitet ist. Später einmal soll der Fund dann in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Dieses Thema im Programm:

Regional Braunschweig | 03.08.2016 | 15:00 Uhr

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