Stand: 17.09.2020 11:52 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Fall "Maddie": Suche nach vergrabenen Datenträgern

Polizisten gehen an Sichtschutzzäunen an einer Kleingartenanlage in der Region Hannover entlang. © dpa Foto: Julian Stratenschulte
Die Durchsuchung eines Kleingartens in Seelze erfolgte nach Angaben des Ersten Staatsanwalts routinemäßig. (Archivbild)

Anderthalb Monate nach der Durchsuchung einer Kleingarten-Parzelle in Seelze (Region Hannover) haben sich die Ermittler erstmals dazu geäußert. Der Erste Staatsanwalt Christian Wolters sagte auf Nachfrage von NDR 1 Niedersachsen, dass die Durchsuchung nicht auf einem aktuellen, konkreten Hinweis zum Fall "Maddie" beruht habe. Sie sei im Zuge der Ermittlungen routinemäßig erfolgt. Deshalb sei auch nicht gezielt nach etwas Speziellem gesucht worden. Allerdings sei über Christian B. bekannt gewesen, dass er in der Vergangenheit Datenträger vergraben hatte. Deshalb sei auch in Seelze diese Möglichkeit in Betracht gezogen und entsprechende Grabungen veranlasst worden.

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Beschuldigter hat Datenträger vergraben

Weil die Parzelle zuvor laut Wolters nicht umfassend durchsucht wurde, habe die Möglichkeit bestanden, dort Beweismittel zu finden. Hinsichtlich der laufenden Ermittlungen wollte er keine Auskunft darüber geben, ob dort etwas gefunden wurde. Zuerst hatte die "Hannoverschen Allgemeine Zeitung" über die Ermittlungen berichtet. Insgesamt seien alle Orte, an denen sich der Beschuldigte im Fall der in Portugal verschwundenen dreijährigen Madeleine McCann für längere Zeit aufgehalten habe, nach möglichen Beweismitteln durchsucht worden, so Wolters.

EuGH-Entscheidung zu Vergewaltigungs-Urteil steht aus

Am 24. September entscheidet der Europäische Gerichtshof (EuGH) über ein Urteil des Landgerichts Braunschweig gegen Christian B. in einem anderen Fall. Die Richter am Landgericht hatten Christian B. am 16. Dezember 2019 zu sieben Jahren Haft wegen der Vergewaltigung einer damals 72-jährigen US-Amerikanerin im Jahr 2005 verurteilt. Dagegen hatte der Verurteilte Revision eingelegt. Nun muss der Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden, ob der Mann ohne Einwilligung Portugals in dem Vergewaltigungsfall angeklagt und verurteilt werden durfte. Der BGH wiederum hatte deswegen den EuGH angerufen und um Klärung gebeten. Der Generalstaatsanwalt beim EuGH hatte schon erklärt, dass Christian B. zu Recht verurteilt wurde. Das Gutachten ist für die Richter zwar nicht bindend, aber in den meisten Fällen folgen sie der Einschätzung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 17.09.2020 | 13:30 Uhr

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