Stand: 28.12.2019 16:29 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Dieselskandal: VW zahlt Österreich Entschädigung

Das VW Logo auf dem Dach. © NDR
Autobauer Volkswagen zahlt Entschädigung an den österreichischen Staat. (Archivbild)

Der österreichische Staat erhält im Zusammenhang mit dem Dieselskandal eine Entschädigung von Volkswagen. Das bestätigten der Wolfsburger Autobauer und Österreichs Innenminister Wolfgang Peschorn am Sonnabend. Zuvor hatte die Wiener Zeitung "Der Standard" berichtet. Hintergrund ist die Wertminderung von etwa 2.100 VW-Dieselfahrzeugen der österreichischen Polizei durch manipulierte Abgaswerte.

Stillschweigen über Entschädigungssumme

"Wir haben über den konkreten Betrag Stillschweigen vereinbart. Es ist ein namhafter Betrag, und er ist angemessen", sagte Peschorn in der Radiosendung "Ö1 Mittagsjournal". Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa soll die Summe jedoch deutlich unter den von Österreich ursprünglich geforderten 2,6 Millionen Euro liegen. Die Einigung stelle keinen Präzedenzfall dar, betonte ein Sprecher von Volkswagen: "Der Vergleich hat keine Auswirkungen auf andere anhängige Verfahren."

Pötsch: VW mitschuldig am schlechten Ruf des Diesel

VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch räumte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" unterdessen ein, dass VW eine große Mitschuld am schlechten Ruf des Diesel trage. "Die Autoindustrie, insbesondere wir hier in Wolfsburg, haben zweifellos unseren Beitrag geleistet zur Beschädigung des Diesel", sagte Pötsch. Bei der Manipulation handele es sich um den "größtmöglichen Schadensfall". Pötsch wie auch Vorstandschef Herbert Diess und Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn wird vorgeworfen, Anleger im Jahr 2015 vorsätzlich zu spät über die Risiken der Abgasaffäre informiert zu haben. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Ende September Anklage erhoben.

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Das VW-Logo ist auf einem Dach zu sehen. © dpa - Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.12.2019 | 16:00 Uhr

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