Stand: 20.04.2020 19:43 Uhr

Corona: Wolfsburg muss jetzt Maske tragen

Ein Mann mit Mundschutz kauft in einem Supermarkt Gemüse ein. © Colourbox
In Geschäften, Arztpraxen, Bussen und öffentlichen Gebäuden in Wolfsburg gilt seit heute: Maske tragen. (Themenbild)

Die Stadt Wolfsburg hat eine Maskenpflicht für ihre Bürgerinnen und Bürger eingeführt, die seit Montag gilt. Das hat der örtliche Krisenstab am Sonnabend beschlossen. Wolfsburg ist damit die erste Stadt in Niedersachsen, die den Bürgern vorschreibt, wegen der Corona-Krise in der Öffentlichkeit Mund und Nase zu bedecken. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, müssen die Schutzmasken in Geschäften, Arztpraxen und Krankenhäusern, sowie in Bussen, Taxis und allen öffentlichen Gebäuden getragen werden. Auch wer sein Kind aus der Notbetreuung in Kita oder Schule abhole, müsse künftig Mund und Nase bedecken, hieß es. Draußen gilt diese Pflicht allerdings nicht. Und auch kleine Kinder sind davon ausgenommen: Bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr seien sie von der Pflicht zum Tragen einer Maske befreit, heißt es in der am Sonntag veröffentlichten Verfügung.

VIDEO: Start der Maskenpflicht in Wolfsburg (5 Min)

50 Euro Bußgeld bei Nichtbeachtung

Die Verfügung gilt vorerst bis einschließlich 6. Mai. Polizei und Ordnungsamt kontrollieren, ob sich alle an die Vorgabe halten. Wer ohne Maske erwischt wird, soll zunächst ermahnt, dann mit einem Bußgeld in Höhe von 50 Euro belangt werden. Wenn wieder mehr Geschäfte geöffnet seien, reiche es nicht mehr aus, sich nur auf das Abstandhalten zu verlassen, sagte Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD). Denn dann kämen auch wieder mehr Menschen auf engem Raum zusammen. Die Ausbreitung des Coronavirus sei noch lange nicht gestoppt und überwunden, so Mohrs. "Wir müssen weiterhin gut Acht geben, dass wir uns nicht gegenseitig anstecken und die Risikogruppen sowie unser Gesundheitssystem nicht gefährden." Das Argument, dass es zu wenige Masken gebe, wies die Stadt zurück. Es gehe nicht um Profischutzmasken, sondern um Atemschutz aus Stoff, hieß es. Solche Alltagsmasken sind laut Stadt im Einzelhandel auch in den großen Einkaufszentren in Wolfsburg erhältlich. Sie könnten ebenso selbst genäht werden. Zudem könne das Gesicht auch mit einem Tuch oder einem Schal bedeckt werden.

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Bund und Länder empfehlen Masken dringend

Vorbild sei die Stadt Jena in Thüringen, heißt es. Dort besteht seit zwei Wochen eine Maskenpflicht. Die Zahl der Neuinfektionen sei dort besonders gering. Bund und Länder hatten zuvor dringend empfohlen, eine Maske zu tragen, sich aber gegen eine Pflicht ausgesprochen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte in einem Zeitungsinterview, dass eine Pflicht erst erfolgen könne, wenn ausreichend Masken verfügbar seien. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hatte bereits am Freitag beschlossen, ab 27. April eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Taxis einzuführen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.04.2020 | 08:00 Uhr

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