Stand: 25.09.2020 14:52 Uhr

Bürgerinitiativen verlassen Asse-Begleitprozess

Atomfässer vor dem Lager in Asse. © dpa Bildfunk Foto: Ole Spata
Aus Protest gegen mangelnde Transparenz und Verlässlichkeit der BGE haben mehrere Initiativen die Asse-II-Begleitgruppe verlassen.

Der Begleitprozess zur Stilllegung des maroden Atommülllagers Asse im Landkreis Wolfenbüttel macht für mehrere Bürgerinitiativen keinen Sinn mehr. Sie haben sich deshalb entschlossen auszusteigen. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) als Betreiber des Atomlagers berücksichtige weder die Forderungen der Asse-2-Begleitgruppe noch Stellungnahmen unabhängiger Wissenschaftler, sagten die Initiativen am Freitag. Der Begleitprozess zu dem Lager bei Remlingen galt lange als vorbildlich für ähnliche Projekte, weil neben Betreiber und Behörden auch Umweltgruppen und Kommunalpolitiker in die Diskussionen eingebunden waren.

Verein kritisiert Auswahl für Zwischenlager-Standort

Zuletzt habe die BGE ihre "Ignoranz" bewiesen, als sie für die Zwischenlagerung des Atommülls einen Standort nahe der Asse vorgeschlagen habe, sagte Heike Wiegel von "aufpASSEn". Die BGE habe nicht die Forderung der Begleitgruppe berücksichtigt, in den Standortevergleich auch zwei Asse-ferne Standorte einzubeziehen. "Für die Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll ist das alles kein gutes Omen", sagte Pastor Andreas Riekeberg vom Asse-II-Koordinationskreis, einem Dachverband von Bürgerinitiativen. "Wir haben nicht die Erwartung, dass die BGE dabei transparenter und fachlich seriöser vorgeht als bei 'Asse II'."

Atommüll soll ab 2033 aus Bergwerk geboren werden

In das frühere Salzbergwerk "Asse II" wurden in den Jahren von 1967 bis 1978 rund 126.000 Fässer mit schwach und mittelradioaktivem Atommüll sowie chemischen Abfällen eingelagert oder gekippt. Weil die Grube instabil ist und voll Wasser zu laufen droht, sollen die Abfälle ab 2033 an die Oberfläche geholt werden. Die Nachbarschächte "Asse I" und "Asse III" waren schon früher vollgelaufen und aufgegeben worden.

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Regional Braunschweig | 25.09.2020 | 13:30 Uhr

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