Stand: 11.03.2020 13:58 Uhr

Braunschweig: Erster Corona-Verdacht im Gefängnis

Außenansicht der Justizvollzugsanstalt Rennelberg in Braunschweig © dpa Foto: Holger Hollemann
In der Justizvollzugsanstalt Braunschweig müssen alle Gefangenen in ihren Zellen bleiben. Aufgrund eines Corona-Verdachtfalls wurde Generaleinschluss angeordnet. (Themenbild)

Seit Mittwoch gibt es einen ersten Corona-Verdachtsfall in einem niedersächsischen Gefängnis. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, hat das niedersächsische Justizministerium den Fall eines Inhaftierten der Justizvollzugsanstalt Braunschweig bestätigt. Der Mann sei vor Kurzem in Haft gekommen und erfülle einige Kriterien des Robert-Koch-Instituts. Der Gefangene sei isoliert worden, sagte ein Ministeriumssprecher. Zudem sei für alle Gefangenen in der Anstalt ein Generaleinschluss angeordnet worden, bis die Prüfung durch das Gesundheitsamt zu einem Ergebnis kommt.

Gefangener kann nicht als Zeuge vor Gericht erscheinen

Der Verdachtsfall in Braunschweig hat auch Auswirkungen auf andere Justiz-Felder in Südniedersachsen. Ein Insasse der JVA Braunschweig habe als Zeuge in einem Prozess aussagen sollen. Aufgrund der Maßnahmen musste dieser Termin am Landgericht Göttingen verschoben werden. In dem Gerichtsverfahren ist ein 50 Jahre alter Geschäftsmann aus Osterode (Landkreis Göttingen) wegen Drogenhandels angeklagt.

Isolationspläne für Gefängnisse stehen

Nach Angaben des Justizministeriums ist der Fall aus der JVA Braunschweig der bislang einzige in einem niedersächsischen Gefängnis. Grundsätzlich würden in allen Haftanstalten die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Schutzmaßnahmen getroffen. Infizierte Gefangene beziehungsweise Gefangene mit Infektionsverdacht würden umgehend isoliert und dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt gemeldet. Gesundheitsamt und Haftanstalt stimmten dann in enger Absprache das weitere Vorgehen ab.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 11.03.2020 | 13:30 Uhr

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