Außenaufnahme vom ehemaligen Kernkraftwerk Würgassen mit seinem Umspannwerk an der Weser. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner

Atommüll-Zwischenlager Würgassen: Neues Gutachten geplant

Stand: 24.09.2021 08:28 Uhr

Im Grenzgebiet von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen gibt es heftigen Widerstand gegen ein geplantes Atommüll-Zwischenlager. Nun soll ein neues Gutachten den Standort untersuchen.

Die zuständigen Ministerien von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen lassen das Gutachten derzeit ausschreiben. Im Frühjahr bis Sommer 2022 rechnen sie mit ersten Ergebnissen. Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) sagte, es sei wichtig, den Weg der Transparenz zu gehen. Das Zwischenlager für leicht- und mittelradioaktive Abfälle aus deutschen Kernkraftwerken und Abfällen aus der Medizin ist in Würgassen (Nordrhein-Westfalen) auf dem Gelände des früheren Atomkraftwerks geplant. Es liegt nur etwas mehr als einen Kilometer von dem Ort Lauenförde im Landkreis Holzminden entfernt.

Radioaktives Material soll ins Endlager Konrad gebracht werden

Das Gutachten soll laut Lies unter anderem klären, welche Mengen radioaktives Material vom Zwischenlager Würgassen in das 130 Kilometer entfernte geplante Endlager Konrad bei Salzgitter gebracht werden müssen und welche Logistikkapazitäten dafür notwendig sind. Zudem werde auch die Wirtschaftlichkeit des Standortes betrachtet.

Kritik am Bau im Überschwemmungsgebiet der Weser

Der Landtagsabgeordneter der Grünen, Christian Meyer aus Holzminden, und die Bürgerinitiative "Atomfreies 3-Ländereck" halten den geplanten Standort für ein Atommüll-Zwischenlager für ungeeignet. "Es ist völlig wahnsinnig, in ein offiziellesÜberschwemmungsgebiet ein solches Atomzentrum zu bauen", sagt Meyer jüngst. Die Bürgerinitiative weist zudem auf die schlechte Anbindung des Standorts hin. Dagegen sieht die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) keine Erkenntnisse, die gegen den Standort sprechen - und verweist auf mehrere Gutachten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.09.2021 | 07:00 Uhr

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