Stand: 20.02.2018 13:56 Uhr

19-jähriger Messerstecher kommt in U-Haft

Nach der Messerattacke auf eine 18-Jährige an einer Goslarer Berufsschule am Montag kommt der mutmaßliche Täter nun in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Haftbefehl gegen den 19-Jährigen wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag beantragt. Er soll während einer Unterrichtspause die Mitschülerin mit einem Messer attackiert haben. "Der Verdächtige hat die Tatvorwürfe in der richterlichen Vernehmung eingeräumt", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Sascha Rüegg. Zum Hintergrund der Attacke habe er allerdings keine konkreten Angaben gemacht. Vermutlich handele es sich aber um eine Beziehungstat, sagte der Behördensprecher.

Ex-Freund der Schwerverletzten

Der mutmaßliche Täter ist der frühere Freund der Schwerverletzten. Er soll seine Ex-Freundin im Obergeschoss des Gebäudes angegriffen haben, als sie sich mit rund 40 anderen Schülern in einer Sitzecke aufhielt. Plötzlich sei der 19-Jährige auf das Opfer zugegangen und habe unvermittelt auf die junge Frau eingestochen, so die Polizei. Nachdem sie die erste Stichverletzung erlitten hatte, versuchte sie zu flüchten. Der Täter holte sie jedoch ein und stach noch mehrmals zu. Die aus Seesen stammende Schülerin musste notoperiert werden, befand sich aber nicht in Lebensgefahr. Die Einsatzkräfte konnten den Angreifer noch widerstandslos in der Schule festnehmen. Bei dem jungen Mann wurden zwei Messer sichergestellt, darunter auch die mutmaßliche Tatwaffe: ein Küchenmesser.

"Motiv im persönlichen Bereich"

Nach Angaben der Landessschulbehörde wurden rund zwei Dutzend Schülerinnen und Schüler Augenzeugen des Messerangriffs. Zum Hintergrund des Messerangriffs hat die Polizei bisher keine Angaben gemacht. "Man kann aber davon ausgehen, dass das Motiv im persönlichen Bereich liegt", so ein Sprecher. Eine Beziehungstat sei nicht auszuschließen.

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Schulpsychologen vor Ort

Neben zahlreichen Helfern waren auch die Krisen-Interventionsteams der Schule, des Landkreises Goslars, Schulpastoren und die Schulpsychologie der Landeschulbehörde vor Ort. Sie kümmerten sich um die Augenzeugen, wie Christopher Winkler, Sprecher der Landesschulbehörde, sagte. Bei Bedarf werde die Hilfe auch in den kommenden Tagen geleistet. Damit die Schüler in Goslar das Erlebte aufarbeiten können, soll am Dienstag zunächst kein normaler Unterricht stattfinden. "Es werden Gespräche mit den Klassenlehrern und bei Bedarf auch mit Fachleuten angeboten", hieß es weiter.

Betroffenheit beim Bürgermeister

Betroffen zeigte sich auch Goslars Bürgermeister Oliver Junk (CDU). "Ich bin aber froh, dass die junge Frau auf dem Weg der Besserung ist und hoffe, dass sie wieder vollständig gesund wird."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.02.2018 | 16:00 Uhr

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